Tatort Schule: So explodiert die Gewalt auf unseren Pausenhöfen
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Neue Zahlen belegen: Die Gewalt an Deutschlands Schulen wird immer schlimmer. In Berlin muss die Polizei mindestens fünfmal pro Tag in eine Schule ausrücken. NIUS berichtete.
Tatort Schule – die Gewalt an unseren Pausenhöfen explodiert in ganz Deutschland. Das belegen die Polizeilichen Kriminalstatistiken (PKS) eindeutig. NIUS fasst die Lage an deutschen Schulen in den einzelnen Bundesländern in Zahlen zusammen:
1. Nordrhein-Westfalen
Besonders dramatisch ist die Lage in Nordrhein-Westfalen. Dort wurde im Jahr 2022 mit etwa 5400 Gewaltdelikten ein Anstieg der Fälle um mehr als die Hälfte im Vergleich zu 2019 verzeichnet. Die Anzahl der Schüler hat im gleichen Zeitraum jedoch nur um etwa ein Prozent zugenommen. Erschreckend: Immer mehr Waffen werden in die Schule mitgenommen.

In Nordrhein-Westfalen ist ein Anstieg der Gewaltdelikte an Schulen um mehr als die Hälfte zu verzeichnen.
2. Niedersachsen
Alarmierende Zahlen auch in Niedersachsen: Knapp 3300 gewalttätige Vorfälle in Schulen im Jahr 2023 – 600 Fälle mehr als ein Jahr zuvor. Rohheitsdelikte und Straftaten, wie Raub, Bedrohung und Körperverletzungen, haben im Zeitraum von 2022 auf 2023 um rund 520 Fälle auf 2680 Fälle zugenommen.
3. Berlin
Trotz einer geringen Schüleranzahl von 395.000 Schülern in Berlin, wurden im Jahr 2022 an Berliner Schulen 2344 Körperverletzungsdelikte durch die Polizei geahndet. Zum Vergleich: In Nordrhein-Westfalen gingen 2022 circa zwei Millionen Kinder und Jugendliche zur Schule. Allerdings gibt es eine große Dunkelziffer – Vorfälle dieser Art werden von der Schule oder der Polizei nur selten der Öffentlichkeit mitgeteilt.
4. Rheinland-Pfalz
In Rheinland-Pfalz wurden im ersten Halbjahr 2023 circa 1750 Straftaten in Schulen registriert, wobei es im gesamten Jahr zuvor fast 3300 waren.
5. Hamburg
Die Zahl von gefährlichen und schweren Körperverletzungen hat sich in Hamburger Schulen im Vergleich zu 2019 um 112 Prozent auf knapp 300 Fälle mehr als verdoppelt.
6. Bayern
In Bayern ist mit 1674 Fällen „vorsätzlich leichter Körperverletzung“ 2022 ein Anstieg von 15 Prozent im Vergleich zu 2019 zu verzeichnen.
7. Sachsen
In Sachsen sind 1976 Fälle von Gewalt in Schulen festgestellt worden – auch die Mitnahme von Waffen in die Schule hat zugenommen. 15 Waffen, 42 Messer, 43 Steine und 19-mal Pyrotechnik haben Beamte an Sachsens Schulen 2022 sichergestellt.

25. Januar: Die Polizei evakuiert eine Schule in St. Leon-Rot im Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg. Ein Schüler soll, laut Angaben der Polizei, eine Schülerin getötet haben.
Auch in Baden-Württemberg mit 2243 Fällen, in Mecklenburg-Vorpommern mit 769 Fällen und Thüringen mit 321 Fällen hat die Zahl an Gewaltdelikten in Schulen im Vergleich zu 2019 zugenommen.
Die große Frage ist: Was tut die Politik dagegen?
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Redaktion
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