Alice Schwarzer: „Trans ist ein modischer Trend. Dem Körper kann man nicht entfliehen“
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Egal ob es um sexistische Steroetype, Abtreibung oder das islamische Kopftuch geht: Alice Schwarzer kämpft seit einem halben Jahrhundert gegen die gesellschaftlichen Entwicklungen an, die Frauen ihrer Freiheiten berauben. Sie ist DAS Urgestein des deutschen Feminismus. Seit ein paar Jahren wird die mutige Feministin immer wieder von Politik und Medien als „rechts“ dargestellt oder gar als „Rassistin“ diffamiert. Der Grund: Sie geht hart mit Trans-Aktivisten ins Gericht, weil sie die Rechte der Frauen in Gefahr sieht.
In einem Spiegel-Interview anlässlich des jetzt beschlossenen Selbstbestimmungsgesetzes beweist die inzwischen 80-Jährige, dass sie von ihrer Schlagfertigkeit nichts verloren hat – und was sie von diesen Vorwürfen hält.
Hier ein paar ihrer erwähnenswertesten Aussagen aus dem Interview:
„Es gibt einen modischen Trend für junge Leute, trans zu sein. Das ist schick.“
„Früher haben wir sprödere Mädchen, die keinen Bock auf rosa Tüll hatten und lieber Fußball spielten, dazu ermutigt, sich einfach dieselben Freiheiten zu nehmen wie Jungen. Das sind sowieso die schlausten Mädchen: die, die keinen Bock haben, Frauen zu werden. Aber heute suggeriert man diesen Mädchen, wenn sie keine richtige Frau sein wollten, seien sie eben ein Mann. Statt der Befreiung von der Geschlechterrolle nun das totale Gegenteil: zwei Schubladen und nichts dazwischen. Binärer geht nicht.“
„Frauen haben das Recht auf Schutzräume. Ende. Wir haben mindestens 5000 Jahre Patriarchat hinter uns, und die konnten wir in 50 Jahren noch nicht ganz abräumen. Wir brauchen noch Schutzräume!“
„Diese Transideologen sind reaktionär, sie propagieren ein tief rückschrittliches Denken. Eigentlich sollte man einem sogenannten Tomboy, also einem jungen Mädchen, sagen: Nimm dir alle Freiheiten, die auch Jungs haben! Und nun sagt man ihm: Du bist kein ‚richtiges‘ Mädchen, also bist du ein Junge. Wie absurd.“
„Trans zu sein, ist Mode – und gleichzeitig die größte Provokation. Das macht es für Jugendliche so attraktiv.“
„Der Mensch bleibt auch nach einer sogenannten geschlechtsangleichenden Operation biologisch männlich oder weiblich. Dem Körper kann man nicht entfliehen, nur der Geschlechterrolle.“
„Allein die Idee, dass es mehr Unisex-Toiletten geben könnte: was für ein Quatsch! Mal ehrlich, soll ich künftig an diesen stinkenden Pissoirs vorbeigehen, an denen die Männer ihren Pimmel rausholen? Also wirklich nicht.“
„Das Phänomen ist wie gesagt durchaus vergleichbar mit den essgestörten Mädchen, die keinen Frauenkörper mehr haben wollen. Diese Mädchen schicken wir in Therapie und sagen ihnen: „Du bist nicht zu dick“. Denen sagen wir nicht: „Du hast recht, hunger dich ruhig zu Tode.“
„Mit 14 stecken Jugendliche mitten in der Pubertät, in einer Phase also, in der viele nicht wissen, wer sie sind, ob sie drei Nasen haben oder vier Ohren. Jugendlichen in dieser größten Identitätsverwirrung ihres Lebens als vermeintliche Lösung anzubieten, lebenslang Hormone zu nehmen und sich den Körper verstümmeln zu lassen – das ist Wahnsinn.“
„Ich versuche einfach immer, das Richtige zu tun, ich richte mich nicht nach Mode, Image und Etiketten. Da könnte ich ja gleich aufhören. Ich kenne mehr Transsexuelle als die meisten, die jetzt über das Thema schwafeln.“
„Ich wünsche mir das Gegenteil – für Mädchen wie Jungen: Endlich einfach Mensch sein zu dürfen. Diese ideologischen Etiketten sind ein Rückschlag, auch für echte Transsexuelle.“
Als der Spiegel-Journalist versucht, Schwarzer in die rechte Ecke zu schieben, kontert sie: „Jetzt wollen Sie mir doch nicht mit der Nummer kommen! Wenn ich sage, die Sonne geht morgens auf und abends unter, und die AfD sagt das auch, dann stimmt das trotzdem. Egal, wer es sagt.“
„Überall rollt diese woke Propagandawelle. Wie konnte sie dieses Ausmaß bekommen?“
„Im Außenministerium hängt inzwischen sogar schon am Eingang die Transfahne. Wie ein Glaubensbekenntnis. Es scheint keinen Unterschied mehr zu geben zwischen regierenden Politikerinnen und außerparlamentarisch Protestierenden. Ministerinnen wie Frau Paus marschieren bei Pro-Trans-Demos an der Spitze mit. Das muss man sich mal vorstellen: bei einem so fragwürdigen, hochumstrittenen Gesetz. Eine Frauenministerin!“
„Ich bin Pazifistin. Ich habe deshalb auch nie Homosexualität als Lösung propagiert, nur als Möglichkeit. Alle Menschen sind ja polymorph, also haben zunächst eine nicht zielgerichtete Sexualität. Das wusste schon Freud. Ich zum Beispiel lebe zwar heute mit einer Frau zusammen, aber ich habe auch mal zehn Jahre mit einem Mann zusammengelebt. Welches Etikett soll ich mir also anheften? Bisexuell? Queer? Non-binär? Hört sich keck an.“
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Judith Sevinç Basad
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