TV-Koch Christian Rach: Die große Mehrheit wird sich das Restaurant viel seltener leisten können
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Die Gastronomie steht unter Schock! Ab dem 1. Januar steigt die Mehrwertsteuer wieder von 7 auf 19 Prozent. Damit gerät eine Branche, die sich immer noch von der Corona-Krise erholt, weiter unter Druck.
TV-Koch Christian Rach („Rach, der Restauranttester“) rechnet mit schnell spürbaren Auswirkungen, weil die Preise anziehen werden: „Die, die es sich leisten können, werden weiterhin Restaurants besuchen – die anderen, die große Mehrheit, wird sehr viel seltener, dieses für das Miteinander so wichtige Erlebnis, sich gönnen können“, sagt Rach zu NIUS. Er kritisiert die Entscheidung der Ampel-Koalition: „Die Politik, wer auch immer das ist, hat die Funktion und die Aufgabe der Gastronomie als sozialen Kit, nie richtig verstanden.“ Dass faire Löhne, Umweltstandards etc. gefordert und gefördert werden, versteht er. „Aber wenn man dann das, was sich in dieser schwierigen Branche auf den Weg gemacht hat, wieder abwürgt, dann ist das schon sehr sehr scheinheilig.“ Während der Corona-Krise mussten 27.000 von 165.000 Gastro-Unternehmen in Deutschland schließen. Der Branchenverband Dehoga befürchtet, dass durch die Mehrwertsteuererhöhung nun weitere 12.000 Betriebe verloren gehen könnten.
Rach kritisiert, dass es in keiner anderen Branche den Grundsatz gäbe, die Produkte für 7 Prozent Mehrwertsteuer einkaufen zu können und mit 19 Prozent verkaufen zu müssen. Am Ende müssten die Restaurants die Preise erhöhen, was das „gesellschaftliche Auseinanderdriften“ fördere.

Leer gefegt: Rach fürchtet, dass künftig weniger Menschen sich das Essen im Restaurant leisten können
Rach: ECHTER Schnitzelpreis muss auf die Speisekarte!
„Ich kann nur jedem Gastronomen empfehlen, spätestens im neuen Jahr mal eine echte Kalkulation – z.B. für ein Schnitzel – vorne auf der Speisekarte transparent zu machen, in der auch die unendlichen Stunden, die Verwaltungskosten-, Bürokratie-, Hygiene- und Dokumentationsteams- Pflichten eingepreist sind, genauso wie die Energie, Versicherungs und Vorsorgekosten.“
Eine bittere Erkenntnis von Rach: „Obwohl die Gastronomie einer der größten Arbeitgeber in Deutschland ist, kann sie nicht streiken, wie gerade die GDL es für Bahnmitarbeiter zeigt. Man stelle sich mal vor: eine Woche lang kein geöffneter Imbiss, keine Bar, kein Hotel, kein Essens Lieferservice, kein Metzger oder Bäcker, die warmes Essen außer haus verkaufen …“
Was die nun anstehende Steueranpassung effektiv für die Preise in der Speisekarte bedeuten könnte, wird anhand einiger Beispiele deutlich – vorausgesetzt, die Gastronomen geben die Steuererhöhung eins zu eins an die Kunden weiter:
- Ein Salat für jetzt 10,70 Euro kostet bald 11,90 Euro
- Für ein Nudelgericht für aktuell 15 Euro sind bald 16,68 Euro fällig
- Der Preis für beispielsweise ein Steak springt von 25 Euro auf 27,80 Euro.
Ralf Schuler
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