Verspätung durch Notfall: Bahn muss keine Entschädigung mehr zahlen!
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- Die Bahn muss keine Entschädigung mehr an ihre Kunden zahlen, wenn „außergewöhnliche Umstände“ zu einer Verspätung führen.
- In einigen Fällen bekommen Fahrgäste ihr Geld ab sofort nicht mehr zurück.
- Die Bahn zahlte zuletzt Entschädigungen in Rekord-Höhe.
Bei Zugausfällen und -verspätungen müssen Bahnunternehmen in der EU seit Mittwoch keine Entschädigungen mehr zahlen, wenn außergewöhnliche Umstände der Grund sind. Das geht aus der neuen EU-Verordnung hervor.
Die Bahn erstattet für Verspätungen ab einer Stunde ein Viertel des Fahrpreises zurück, ab zwei Stunden die Hälfte. Mit der Anpassung gibt es ab sofort Szenarien, bei denen dieser Entschädigungsanspruch entfällt. Unter anderem werde künftig bei Kabeldiebstählen, Notfällen im Zug oder Personen im Gleis nicht mehr entschädigt, sagte DB-Marketing-Vorstand Stefanie Berk kürzlich. „Gewöhnliche Unwetter sind explizit ausgenommen“. Bei außergewöhnlichen Naturereignissen wie der Jahrhundertflut im Ahrtal im Sommer 2021 wolle man auch künftig kulante Regelungen treffen.
Verkürzte Fristen
Auch weitere Änderungen treten in Kraft: Sind außergewöhnliche Umstände die Ursache für die Zugausfälle, kann das Bahnunternehmen künftig die Unterbringung im Hotel auf höchstens drei Nächte begrenzen. Außerdem können Fahrgäste bei einer absehbaren Verspätung von mehr als einer Stunde auch auf den Zug eines anderen Anbieters umbuchen. Um Entschädigungen gültig zu machen, muss der Antrag künftig innerhalb von drei Monaten gestellt werden statt wie bisher innerhalb eines Jahres.
Rekord-Verspätungen, Rekord-Entschädigungen
2022 waren die Fernzüge der Bahn so unpünktlich unterwegs wie lange nicht. Das bundeseigene Unternehmen musste deshalb Entschädigungen in Rekordhöhe zahlen. Insgesamt 92,7 Millionen Euro erhielten Fahrgäste zurück, weil ihre Züge verspätet ankamen. Das waren 54,5 Millionen Euro mehr als im Jahr davor.
Insbesondere Bau-Maßnahmen auf dem an vielen Stellen überalterten und überlasteten Netz hatte den Fernverkehr 2022 kräftig ausgebremst. Gleichzeitig waren mit dem Ende der Reisebeschränkungen nach der Pandemie wieder deutlich mehr Fahrgäste unterwegs als zuletzt. Hinzu kommt, dass es online deutlich leichter geworden ist, Entschädigungen zu beantragen.
Janina Lionello
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