Verwöhnte Kinder: Hört auf zu jammern, Gen Z!
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Seit Wochen überbieten sich Medien und Kommentatoren darin anzuklagen, wie unfair die Arbeitswelt ist. Anstoßgeber ist die Gen Z. Sie will: weniger Arbeit, mehr Freizeit und gleichen Lohn. Stichwort Work-Life-Balance. Und darüber werden Essays in Stern und Spiegel verfasst – und Formate bei funk produziert.
Was in der Debatte auffällt: Das Gejammer kommt meist von denen, die bereits Yoga-Stunden im Home-Office einschieben, während nebenbei die Waschmaschine läuft. Selten hört man Stimmen von Polizisten, Krankenschwestern, Servicepersonal oder Ärzten, die nach einer 4-Tage-Woche rufen. Aus dem einfachen Grund: Es wird sie dort auf absehbare Zeit nicht geben.
Die, die sich beklagen, gehören weitgehend einer ohnehin privilegierten Blase an. Und ihre Forderung nach Veränderung hat sich längst erfüllt. Viele Firmen lassen ihre Mitarbeiter von zu Hause arbeiten, ermöglichen Gleitzeit und sorgen sich um die Gesundheit der Angestellten.
Natürlich lässt sich nicht kleinreden, dass die neue Arbeitswelt auch Tücken birgt. Die Digitalisierung schenkt Freiheit, führt aber gleichzeitig zur Erwartung permanenter Erreichbarkeit. Die Büros von heute locken mit Freigetränken und Obstkorb, lassen aber Grenzen zwischen Beruflichem und Privatem zunehmend verschwimmen.
Deshalb aber ständig zu meckern, nach immer mehr zu verlangen, statt zu fragen, was man selbst geleistet und zur Gesellschaft beigetragen hat, ist nervtötend und eine Ausgeburt von first world-Problems.
Denn es stimmt: Zeiten haben sich geändert. Der Kauf eines Hauses ist keine Selbstverständlichkeit mehr, sondern ein Privileg. Gleichzeitig sind die Arbeitsbedingungen so flexibel wie nie. Und die Möglichkeiten, Geld zu verdienen vielfältig – dem Internet sei Dank. Die Verhandlungs-Position der Generation Z wird sich mit jedem Boomer, der in Rente geht, verbessern, denn es kommen viel weniger nach.
Also bitte hört auf zu jammern. Kein Staat oder Arbeitgeber schuldet Euch ein sorgenfreies Leben – und es stehen noch 50 Jahre Arbeit an, bevor an Rente überhaupt zu denken ist. Zeit, dies zu realisieren.
Emilie Brummel
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