Warum darf man sich heute nicht mehr über den Sommer freuen?
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In meiner Kindheit war der Sommer etwas uneingeschränkt Schönes. Lebensfreude pur. Jedes Jahr ungeduldig herbeigesehnt. Die Wärme war wohltuend, gut für Körper und Seele.
Es war vollkommen normal, dass es sehr heiße Tage oder auch mal eine Hitzewelle gab. Es war schließlich Sommer.

Sommer-Vergnügen pur: mit Freunden ins Freibad.
Sechs Wochen Ferien, endlich den ganzen Tag in T-Shirt und Shorts mit Freunden draußen spielen, Ausflüge ins Freibad und – besonders geliebt – sommerabendliche Spaziergänge mit meiner Großmutter zur Hasenwiese in unserem Wald. Der einzige Wermutstropfen waren die drei Wochen, in denen meine beste Freundin im Urlaub war und wir uns nicht sehen konnten.
Das Jahr 2006 brachte uns sogar ein echtes „Sommermärchen“: die Fußball-WM in Deutschland und einen richtig heißen Sommer. Das ganze Land hat die Spiele der Nationalmannschaft im Garten, Open-Air in Kneipen oder beim Public Viewing verfolgt. Eine Woge der Begeisterung und Freude schwappte durch die Republik. Kein Wort von dramatischer Hitzewelle mit Gefahr für Leib und Leben. Dabei war der Sommer 2006 viel wärmer als 2023!

Fußball-Fans auf der Fanmeile im Münchner Olympiapark im Sommer 2006.
Heute wage ich es kaum noch, mir den Sommer zu wünschen. Wie so viele andere Dinge, wird er von unserer Regierung als hochproblematisch bewertet. Karl Lauterbach droht mit tausenden Toten und fordert einen Hitzeschutzplan. Robert Habeck jammert, weil er in Indien(!) schwitzen muss und warnt vor der brennenden Erde. Für Ricarda Lang ist die Hitze gar die größte akute Gesundheitsgefahr, die sich aus der Klimakrise ergibt.
Da ist es gut, dass der Sommer in diesem Jahr schon nach drei Wochen vorbei war und buchstäblich ins Wasser fiel.
Darüber ist Karl Lauterbach so frustriert, dass er nun den Italienern mit seiner Panik-Lust auf die Nerven geht.

Karl Lauterbach warnt vor drohender Hitzewelle.
Mir fehlt der heiße Sommer! Macht die Hitze mir manchmal zu schaffen? Natürlich! Das ist völlig normal. Gibt es Risiken? Unbedingt. Ebenfalls normal und altbekannt.
Über die Schutzmaßnahmen haben uns schon Eltern und Lehrer aufgeklärt. Habe ich mich immer daran gehalten? Selbstverständlich nicht. Das hat mir einen Sonnenstich und eine Woche höllische Kopfschmerzen eingebracht, ich ignorierte alle Ratschläge geflissentlich. Hut aufsetzen? Blöd. Alle zwei Stunden eincremen? Lästig. Ausreichend trinken? Den Rat habe ich lieber meiner Oma gegeben. Schließlich war sie alt und nicht ich.
Aber ich habe nicht im Traum daran gedacht, das Wetter oder gar den herrlichen Sommer dafür verantwortlich zu machen. Eher mich selbst und meinen jugendlichen Leichtsinn.
Erzieherische Maßnahmen wie einen Hitzeschutzplan oder Kälteräume, die Karl Lauterbach fordert, sind Bevormundung und übergriffig. Die Panikmache der Bundesregierung ist überzogen.
Ich lasse mir die Freude am Sommer nicht verderben.
Ute Oelker
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