Weil er ein asiatisches Streetfoodfestival mit dem Wort „exotisch“ bewarb: Gastronom bekommt Post von Berliner Antidiskriminierungs-Jägern
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Ein Berliner Gastronom hat Post von der „Berliner Jury gegen diskriminierende und sexistische Werbung“ bekommen, weil auf dem Plakat für ein asiatisches Streetfood-Festival in seinem Club der Slogan „Tauche ein in die exotische Welt der asiatischen Straßenküche“ und das Wort „exotisch“ benutzt wurde – jedoch von einem Gastronomen namens Luan Thanh Nguyen.
Das berichtet der Tagesspiegel.
Noch einmal: Auf dem Plakat für ein asiatisches Streetfood-Festival stand der Slogan „Tauche ein in die exotische Welt der asiatischen Straßenküche“ und das Wort „exotisch“ – und das rief nun tatsächlich die ehrenamtlichen Antidiskriminierungs-Hüter Berlins auf den Plan.

Das Werbeplakat des Streetfood-Festivals aus dem April – am oberen Rand steht der bemängelte Slogan.
„Insbesondere der Slogan ‚Tauche ein in die exotische Welt der asiatischen Straßenküche‘ kann problematisch sein, da der Begriff ‚exotisch‘ häufig verwendet wird, um Menschen oder Kulturen als fremd, andersartig und außerhalb der Norm zu beschreiben“, heißt es in dem Schreiben von Iris Rajanayagam an den Berliner Gastronomen Sascha Disselkamp.
Rajanayagam ist Referentin für Diversität, Intersektionalität und Dekolonialität bei der Bundeszentrale für politische Bildung und gleichzeitig eben auch Vorsitzende der „Berliner Jury gegen diskriminierende und sexistische Werbung“. Die Jury wurde 2021 durch den damals rot-rot-grünen Senat ins Leben gerufen. Die „Jury“ wird von einem Referat bei der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung von Senatorin Cansel Kiziltepe (SPD) betreut und erhielt dafür 2023 rund 5400 Euro.

Iris Rajanayagam ist Referentin für Diversität, Intersektionalität und Dekolonialität bei der Bundeszentrale für politische Bildung und gleichzeitig eben auch Vorsitzende der „Berliner Jury gegen diskriminierende und sexistische Werbung“.
Durch die Wortwahl „können unbewusst Vorurteile verstärkt werden“
Die Wortwahl könnte demnach zur Verfestigung von Stereotypen beitragen und betroffene Personen als „anders“ oder „nicht dazugehörig“ markieren. Außerdem würde der Begriff „Asian Food“ die Vielfalt des Kontinents Asien reduzieren. Und durch solche Begriffe in einer Werbung, gerade in Zusammenhang mit „stereotypisierten Darstellungen, können unbewusst Vorurteile verstärkt werden“, heißt es weiter.
Die Jury wolle mit dem Gastronomen über die Entscheidung in Austausch treten und „daraus resultierende Schritte“ ableiten.
Disselkamp war überrascht über das halboffizielle Schreiben, auf dem auch eine Rückmeldefrist gesetzt worden war, erzählte er dem Tagesspiegel. Nur hatte er seinen Club lediglich für das asiatische Streetfood-Festival vermietet. Veranstalter ist Luan Thanh Nguyen – und der machte gegenüber der Zeitung deutlich: „Den Begriff ‚Asian Food‘ sehen wir als Asiaten in keinster Weise diskriminierend.“ Der Name diene als Bezeichnung der Veranstaltung, wie auch die Bezeichnung „Italian Food Festival“ oder „African Food Festival“.
Daher werde der Name nicht geändert. Das Wort „exotisch“ tauche ohnehin schon seit Monaten nicht mehr auf.
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Redaktion
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