Wer kein Regierungsfernsehen sein will, sollte kein Regierungsfernsehen machen
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ARD und ZDF sind Bodyguards der Bundesregierung. Die Indizien zumindest häufen sich, dass die öffentlich-rechtlichen Anstalten Seit‘ an Seit‘ gegen die Opposition kämpfen. Man glaubt die Erzählung von CDU, CSU, SPD, bei dieser Regierung handle es sich um die letzte Patrone der Demokratie. Die Betreuungsmedien wollen bei der selbsternannten demokratischen Mitte dabei sein.
Beim Sender Phoenix führt diese innere Komplizenschaft zu bizarren Auswüchsen. Dort wird der Regierung live beigesprungen. Der Bericht wird zum Kommentar, die Moderation zur Mission. Da aber gilt: Wer kein Regierungsfernsehen sein will, sollte kein Regierungsfernsehen machen.
Auf ARD und ZDF ist da Verlass
Natürlich haben die Erziehungsmedien kein Problem, Friedrich Merz zu kritisieren. Für linke Argumente haben ARD, ZDF und Deutschlandradio immer ein offenes Ohr. Davon profitiert die Regierung als Ganzes. Die SPD-Beteiligung sorgt für einen Schutzwall. Ja, die Regierung mag Fehler machen. Aber jenseits der sogenannten demokratischen Mitte lauere der Untergang, die Apokalypse, das Böse.
Die Bundesregierung kann sich darauf verlassen. Sie findet, wenn es hart auf hart kommt, bei ARD, ZDF und Deutschlandradio immer einen Verstärker der eigenen Propaganda.
Unwahrheit in propagandistischer Absicht
Womit wir bei Erhard Scherfer wären. Der erfahrene Fernsehjournalist ist häufig zur Stelle, wenn Phoenix die Sitzungen des Bundestags überträgt. So jüngst bei der Generaldebatte. Oppositionsführerin Weidel hatte gerade angekündigt, eine AfD-Regierung werde die Zwangsgebühren für ARD, ZDF und Deutschlandradio abschaffen. Da meldete sich Erhard Scherfer zu Wort und verkündete in propagandistischer Absicht die Unwahrheit.
„Nur zur Sicherheit“? Scherfers Grenzüberschreitung ist spektakulär. Er rügt, wo er nur berichten sollte. Er kommentiert in eigener Sache und ist also befangen. Und er lügt. Natürlich wäre es auch ohne Phoenix ein Leichtes, den Bundestagsdebatten zu folgen. Der Bundestag stellt einen Livestream zur Verfügung. Wer aber lange genug im öffentlich-rechtlichen Paralleluniversum segelt, hält offenbar das Wirkliche für das Unwahre.
Bitte nicht zu oppositionell sein!
Scherfer steht auch bereit, wenn die Regierung zu heftig kritisiert wird. Das lässt er der Opposition nicht durchgehen. Da stellt er sich schützend vor Merz & Co und wirft der Opposition vor, gar zu oppositionell zu sein.
Wie schön wäre es, wenn Phoenix die Propaganda-Show des Erhard Scherfer einmal einer umfassenden Prüfung unterzöge! Mögen die ökonomischen Daten noch so schlecht sein, mag die Unzufriedenheit mit der Regierung täglich steigen, mögen Union und SPD das Land ins Abseits führen: Erhard Scherfer schließt sich der Deutung von Friedrich Merz an. Die Lage sei so schlimm auch wieder nicht. Und wer sich um die Energiekosten sorgt, der formuliere ein „Bekenntnis zu Russland“.
Kein Reporter sollte sich aus dem Off zum Oberzensor gerade gehörter Reden aufschwingen. Und gravierende Vorwürfe gehören in einen Kommentar oder eine Diskussion, sodass die Angegriffene antworten kann.
Scherfer ist kein Einzelfall
Um es polemisch zuzuspitzen: Scherfer gendert und hat auch ansonsten Pech beim Denken. In der Causa Brosius-Gersdorf war es ihm ein Anliegen, die gescheiterte Kandidatin für das Bundesverfassungsgericht gegen eine sogenannte Hetzjagd in Schutz zu nehmen und „Rechtsaußen-Nachrichtenportale wie Nius“ zu kritisieren.
Scherfer ist kein Einzelfall. Die öffentlich-rechtlichen Betreuungsmedien fürchten um ihre Pfründe; um ihre Deutungsmacht und ihre Gelder. Sie lassen es in der letzten Kurve noch einmal tüchtig krachen und veranstalten Belehrungs-Festspiele. So bestätigen sie, was Kritiker schon lange diagnostizieren: dass ihre Zeit sich dem Ende zuneigt.
Alexander Kissler
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