Wind- und Sonnenstrom verstopfen die Netze: 4,2 Milliarden Euro Kosten
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- Solar- und Windstrom-Überfluss kostet 4,2 Milliarden Euro im Jahr.
- Fast 1 Milliarde gehen als Entschädigung an Wind- und Solarpark-Betreiber.
- Zufalls-Energien treffen auf fehlende Netze.
Weil immer wieder viel zu viel Strom aus Sonne und Wind produziert wird, entstehen riesige Kosten! 4,2 Milliarden Euro hat die Stromwirtschaft 2022 bezahlt, um Netz-Engpässe zu verhindern – fast doppelt so viel wie im Jahr zuvor (2,3 Millarden Euro). Das zeigt der Jahresbericht der Bundesnetzagentur. Die Kosten landen über die Stromrechnung am Ende bei den Bürgern.
Das große Problem der erneuerbaren Energien ist, dass Sonne und Wind bei weitem nicht immer zu Verfügung stehen, wenn tatsächlich auch Strom gebraucht wird. Wind und Sonne sind keine planbaren, sondern zufällige Energien. Zu gewissen Zeitpunkten – etwa an windigen Sommernachmittagen – liefern sie im Überfluss Strom, in sogenannten Dunkelflauten in den Wintermonaten über Wochen fast gar keinen.
Hinzu kommt, dass das deutsche Stromnetz nicht auf die dezentrale Stromerzeugung mit Hunderten Wind- und Solarparks ausgerichtet ist: Es gibt zu wenige Möglichkeiten, Stromüberschüsse von der einen Region in die Region zu befördern, die gerade viel Energie braucht.
Deshalb „verstopft“ der Strom von erneuerbaren Energien immer wieder die Netze – dieses vereinfachende Bild hatte Grünen-Politikerin Katrin Goering-Eckardt in der Debatte um die Abschaltung der Atomkraftwerke geprägt und wurde dafür verlacht. Fakt ist aber: In besonders windigen oder sonnigen Stunden wird bisweilen so viel Strom produziert, dass die Netze so vollgestopft sind, dass Analgen abgeschaltet werden müssen. Und das kostet die Strom-Kunden bares Geld.
Fast 1 Milliarde Euro für Wind- und Solarpark-Betreiber
Denn die Betreiber von erneuerbaren Energien werden entschädigt, wenn wegen überlasteter Netze ihre Anlagen abgeschaltet werden. 900 Millionen Euro waren das im Jahr 2022. Gut 8 Milliarden Kilowattstunden Strom aus erneuerbaren Energien mussten abgeregelt werden – 92 Prozent dieser nie produzierten, aber bezahlten Kilowattstunden entfallen auf Windkraftanlagen.

Offshore-Windparks verursachen mehr als die Hälfte der Entschädigungs-Kosten
Mit 1,9 Milliarden Euro noch teurer – und drei Mal so hoch wie im Vorjahr – ist aber der sogenannte Redispatch: So nennt man es, wenn die Netzbetreiber in die Stromproduktion eingreifen, um Engpässe oder Überlastungen zu vermeiden. Dort, wo zu viel Strom im Netz ist, werden Kraftwerksbetreiber aufgefordert, weniger Strom zu produzieren – dort, wo zu wenig Strom im Netz ist, werden Kraftwerke hochgefahren oder Strom aus dem Ausland importiert. All das muss freilich bezahlt werden.
Diese Kostenexplosion sei „einerseits auf den mengenmäßigen Anstieg der Maßnahmen sowie andererseits hauptsächlich auf die stark gestiegenen Brennstoffpreise zurückzuführen“, erklärt die Bundesnetzagentur gegenüber der taz. Die Zunahme der Eingriffe habe verschiedene Ursachen gehabt, unter anderem habe zeitweise hohes Windaufkommen intensives Gegensteuern nötig gemacht, zudem habe der niedrige Pegelstand des Rheins die Kohletransport erschwert und so eine „eingeschränkte Betriebsbereitschaft von mehreren Kraftwerken in Süddeutschland“ zur Folge gehabt.
Julius Boehm
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