Wissenschaft widerspricht: Fleisch ist NICHT ungesund, Herr Minister Lauterbach!
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Es klingt so einfach: „Jeden Tag Wurst, Schnitzel oder Braten verursacht Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle, Diabetes, Darmkrebs. Zu viel Fleisch lässt uns leider auch schneller altern.“ Das behauptet Deutschlands höchster Gesundheitslenker, Minister Karl Lauterbach. Jetzt widerspricht ihm ein profunder Kenner der Materie: Uwe Knop, Diplom-Ernährungswissenschaftler, Buchautor und Referent für Vorträge bei Fachverbänden, Unternehmen und auf Ärztefortbildungen.
Im Focus berichtet er über seine Untersuchungen: „Das Problem an dieser Aussage ist: Es existiert keinerlei Kausalevidenz, dass jeden Tag Wurst und Fleisch die genannten Krankheiten verursacht“, schreibt der Wissenschaftler. „Und schon gar nicht alleine, also als einziger Auslöser, denn die großen Volkskrankheiten basieren stets auf einem hochkomplexen Mix potenzieller Ursachen.“

Bundesgesindheitsminister Karl Lauterbach (SPD) wird nicht müde, vor den Gefahren des Fleischkonsums zu warnen.
Aus fachlicher Sicht ist Lauterbachs Behauptung nur eine Vermutung
Es ist also wissenschaftlich nicht einfach, zu entflechten, was genau in welcher Ausprägung wofür verantwortlich ist. Es könne nicht einmal belegt werden, so der Ernährungswissenschaftler, ob viel Gemüse gesund ist. Aus fachlicher Sicht seien Erkenntnisse, wie sie Minister Lauterbach formuliert, nur Vermutungen und Hypothesen, basierend auf vagen Korrelationen (wissenschaftlichen Zusammenhängen). Das liege wiederum daran, dass Ernährungsforschung keine Ursache-Wirkungs-Belege erlauben. Es spielen zu viele unberechenbare Faktoren zusammen. Wissenschaftler Knop nennt ein Beispiel: Rotweintrinker leben länger. Liegt es am Rotwein oder am Rest des Lebensstils – weil Rotweintrinker mehr Geld haben, eine bessere Gesundheit, höhere Jobs?
Schwierig ist bei der Ernährungsforschung ein anderer Fakt, den der Gesundheitsminister offenbar nicht genügend berücksichtigt hat: Die Mengen an verzehrten Lebensmitteln, also die Studiengrundlage, basieren auf den unüberprüfbaren Eigenangaben der Probanden. Und hier weiß man zwar nicht, was stimmt, aber man weiß – es wird gerne geschummelt, die Antworten sind fast nie 100 Prozent ehrlich, Stichwort „Underreporting“. Das bedeutet, aus Gewissensgründen wird gern mehr vermeintlich „gesunde Kost“ angegeben, dafür die „bösen“ Lebensmittel nach unten korrigiert.

Es ist keineswegs erwiesen, dass viel Fleisch krank macht.
Studienvorgaben im Sinne von Anweisungen klappen vielleicht ein paar Wochen. Zum Beispiel: „Essen Sie mindestens sieben Äpfel und Birnen pro Woche“. Nach kurzer Zeit haben die meisten Probanden eine echte Aversion gegenüber dieser Kost entwickelt und halten sich nicht mehr an die Vorgaben – können so nicht bemessen werden. Noch krasser: Zwangskonsum von Dosenravioli, zum Beispiel. So eine Kost kann keiner länger als ein bis zwei Wochen zu sich nehmen. Deshalb seien die Ergebnisse bei Forschungen zu Fertiggerichten mit Vorsicht zu genießen, sagt Knop.
Fazit: Gesundheitsminister Lauterbach hätte im besten Fall mit dem Wörtchen „kann“ formulieren dürfen. Es ist – so der Ernährungswissenschaftler Uwe Knop – keinesfalls erwiesen, dass viel Fleisch krank macht und viel Gemüse gesund ist.
Redaktion
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