Woher kommt die Gewalt in unseren Freibädern? Deutschlandfunk liefert absurde Erklärungen
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In einem Beitrag des Deutschlandfunk wird darüber gerätselt, was die Gründe für die zunehmende Gewalt in deutschen Freibädern sind – und die Erklärungen sind, sagen wir: bemerkenswert.
Das öffentlich-rechtliche Programm hat einen Interviewpartner vom Verein der „Deutschen Gesellschaft für das Badewesen“ eingeladen. Der sieht Freibad-Gewalt erst einmal als Problem in Ballungsgebieten und Großstädten. Und macht deutlich, dass solche Probleme auf dem Land seltener vorkommen – denn dort sei der Kundenstamm homogener.
Überraschenderweise spricht er dann Migration als Faktor der Gewalt an, aber betitelt diese nur als einen von vielen Gründen. Wichtiger seien andere.
Dann diskutieren Moderator und Experte, ob die in einem Freibad herrschenden Regeln und Rahmenbedingungen die Besucher verärgerten und so Aggressionen hervorriefen – das vermutet der Fachmann. „Ich frag mich, ob man nicht durch Architektur was verändern könnte“, schlägt der Moderator der Sendung absurderweise vor – als Mittel gegen die Auseinandersetzungen. Die jetzige Bauweise sei „nicht einladend“.
Das Sommerbad am Columbiadamm in Berlin-Neukölln sorgt immer wieder für negative Schlagzeilen
Zum Ende des Gesprächs kommt noch dieses Argument: Es geht darum, dass die normalen Besucher sich durch die negative Berichterstattung über die Vorfälle nicht mehr dabei wohl fühlen würden, ein Freibad zu besuchen. Der Moderator mutmaßt: „Das führt dann wieder dazu, dass die Leute die da reingehen, dass das ja bisschen einseitiger noch wird – dass vielleicht die, die da hingehen, sagen: ,Das bisschen Krawall gehört doch dazu.“
Déjà-vu: In einem Artikel des Deutschlandfunks aus dem Jahre 2014 wird über vereinzelte Schlägereien in Berliner Freibädern diskutiert. Es entsteht die Idee, Imame als Streitschlichter einzusetzen – der wird dann doch wieder verworfen und man einigt sich darauf, einen Handzettel zu der Eintrittkarte auszugeben, auf dem die Badegäste in „Deutsch, Türkisch und Arabisch mit einem Koranvers oder einem Zitat des Propheten Mohammed zum friedlichen gemeinschaftlichen Verhalten aufgerufen“ werden sollen.
Den Freibad-Sommer begleitet NIUS für Sie detailliert: Die „Freibadistan“-Chronologie lesen Sie hier.
Amir Makatov
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