Wut-Rede von Christian Lindner: „Die Leute haben die Schnauze voll davon, dass der Staat die Kontrolle über Migration verloren hat“
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Jetzt also doch: FDP-Chef Christian Lindner hält eine Wut-Rede gegen die Ampel-Politik!
Nach den EU-Wahlen erlebt die Ampel-Regierung die nächste schwere Wahlniederlage. In Thüringen kommt die Ampel zusammen nur noch auf 10,4 Prozent (SPD 6,1 Prozent, Grüne 3,2 Prozent, FDP 1,1 Prozent), in Sachsen auf insgesamt 13,1 Prozent (SPD 7,3 Prozent, Grüne 5,1 Prozent, FDP 0,9 Prozent). Die FDP ist der größte Wahlverlierer. Die Prozentpunkte der Partei bewegen sich im Osten in Richtung null.
Sonntagabend waren es noch ganz andere Töne von Finanzchef Christian Lindner. Auf dem Kurznachrichtendienst X erklärte er noch, dass die Wahlergebnisse zwar „schmerzen“ würden, aber: „Wir geben unseren Kampf für liberale Werte nicht auf. Schon morgen geht es wieder weiter. Und auch für die anderen Parteien des demokratischen Zentrums gibt es viel zu bedenken.“
Dies klang zunächst nach einem „weiter so“. Doch plötzlich scheint die Wahl-Wut auch den FDP-Chef erreicht zu haben.
In der Berliner Parteizentrale sprach Christian Lindner Klartext. Die „klare Botschaft“ des Wahltags sei es, dass die Leute „die Schnauze voll davon haben, dass dieser Staat möglicherweise die Kontrolle verloren hat bei Einwanderung und Asyl nach Deutschland“.
Sehen Sie hier Lindners Wut-Rede im Video:
„Bürger haben klare Botschaft gesendet“
Die Kritik von Finanzminister Lindner ging deutlich in Richtung seiner Ampel-Kollegen von SPD und Grünen, von denen einige nach der Wahlniederlage erklärten, man hätte die Ampel-Politik nicht gut genug gegenüber den Menschen kommuniziert. „Ich kann nicht mehr hören, wenn dann gesagt wird, wir müssten den Bürgerinnen und Bürgern besser erklären und wir müssten auch noch besser kommunizieren oder wir müssten dies oder jenes machen ... letztlich läuft das auf eine Form der Bevormundung hinaus“, so Lindner.

Steht unter Druck: FDP-Chef Christian Lindner
Dann platzt es aus dem FDP-Chef weiter heraus: „Die Aufgabe, vor der wir jetzt stehen, vor der alle Parteien des demokratischen Zentrums stehen, ist: zu handeln! Die Bürgerinnen und Bürger haben eine klare Botschaft gesendet.“ Die klare Botschaft sei, „es muss sich etwas ändern.“
„Die Leute haben damit fertig – sie wollen eine Lösung!“
Deutlich sagt Lindner: „Und insbesondere haben die Leute die Schnauze voll davon, dass dieser Staat möglicherweise die Kontrolle verloren hat bei Einwanderung und Asyl nach Deutschland.“
Die Leute würden nicht mehr hören wollen, wer in der Vergangenheit schuld an der schlechten Migrationspolitik war oder was jetzt alles rechtlich nicht gehen würde. „Die Leute haben damit fertig – sie wollen eine Lösung!“, platzt es weiter aus dem Liberalen heraus.
Dann rechnet der FDP-Chef sogar noch mit den etablierten Parteien ab. Lindner mahnt: „Wenn die Parteien des demokratischen Zentrums – also CDU, CSU, SPD, Grüne und FDP – nicht in der Lage sind zu liefern, dann werden die Bürgerinnen und Bürger sich im wahrsten Sinne des Wortes eine Alternative suchen.“

Gaben am Montag eine Pressekonferenz: Thüringens Spitzenkandidat Thomas Kemmerich, FDP-Chef Christian Lindner und der FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai
„Wenn also unser politisches System nicht liefert, ist die Gefahr nicht von der Hand zu weisen, dass die Bürgerinnen und Bürger sich ein anderes System suchen, das die Probleme der Bürger beseitigt“, so Lindner weiter in seiner Wut-Rede.
Deshalb brauche das Land jetzt „eine grundlegende Neuordnung der Einwanderungs- und Asylpolitik nach Deutschland“, fordert der Finanzminister.
Redaktion
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