Zoff um Transfrauen: Deutschlands größte Frauenrechtsorganisation zerstört sich selbst
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- Die Frauenrechtsorganisation "Terres des Femmes" steckt in einer tiefen Krise.
- Die Mitglieder streiten darüber, ob auch Männer, die als Frau leben, unterstützt werden sollen.
- Der Verein wird von Trans-Aktivisten unterwandert, gleichzeitig treten zahlreiche Mitglieder aus Protest aus.
Egal ob Genitalverstümmelungen, Kinderehen, Kopftuchzwang oder häusliche Gewalt: „Terres des Femmes“ (TdF) ist die größte Frauenrechtsorganisation in Deutschland, die seit über 40 Jahren erfolgreich gegen jede Form der Frauenverachtung kämpft. Jetzt steckt dieser feministische Koloss in einer historischen Krise. Der Grund: Die Definition der zu beschützenden Frauen soll jetzt auch Männer einschließen. Über hundert Frauen traten jetzt aus Protest aus dem Verein aus.
Konkret geht es um ein Positionspapier, das "Terres des Femmes" im Jahr 2020 beschlossen hat. Darin spricht sich der Verein zwar respektvoll für das Wohl von Transfrauen (Männer, die als Frauen leben) aus. Gleichzeitig machte der Verein aber deutlich, dass man Frauenrechte nur schützen könne, wenn man klar definiert, was eine Frau ist. Und, dass man diese Definition zwangsläufig anhand von biologischen Kriterien vornehme. Eine Selbstverständlichkeit, die den Verein aber nachhaltig spaltete.
"Wir schützen keine Frauenrechte, wir zerstören sie"
Schon damals gab es Proteste gegen das Papier. Der Vorwurf: Die Positionen seien „transphob“, weil sie die Rechte von Transfrauen mit Füßen trete. Im Mai 2022 starteten die Trans-Feministinnen einen zweiten Protest, diesmal mit Erfolg: Der Vorstand zog das Papier zurück, mitunter weil man sonst Sponsoren verloren hätte, heißt es aus TdF-Kreisen.
„Ein Aufschrei ging damals durch den Verein“, erklärt das Vereinsmitglied Marine Piestert, die die Initiative „Safe TdF“ gegründet hat. „Über 100 Frauen haben sich zusammengeschlossen, um dafür zu kämpfen, dass sich der Verein wieder zu diesem Positionspapier bekennt. Seit Monaten haben wir alles versucht, um die Mitfrauen zu überzeugen, nicht gegen dieses Papier zu stimmen. Denn wie können wir die Rechte von Frauen schützen, wenn wir nicht mehr definieren können, was eine Frau ist?“
Diesen Kampf haben die Feministinnen jetzt verloren. Bei der letzten Mitgliederversammlung wurde gegen das Positionspapier gestimmt. Ab jetzt will sich „Terres de Femmes“ auch für Transfrauen einsetzen, die sich diskriminiert fühlen, wenn sie etwa keinen Zutritt zu Damensaunen oder Damenumkleidekabinen erhalten. „Damit schützen wir keine Frauenrechte, sondern zerstören sie. Das ist eine historische Niederlage in der Geschichte der Frauenrechte“, sagt Piestert.
Der Verein leidet unter dem Beschluss: Über 200 Frauen haben angekündigt, auszutreten und 140 Frauen haben innerhalb von zwei Tagen dem Verein den Rücken gekehrt.
Und es ist nicht das erste Mal, dass woke Aktivisten versuchen, den Verein zu übernehmen. Schon vor einigen Jahren, meldeten sich über 100 woke Aktivistinnen in dem Verein an, um dessen Haltung gegenüber Prostitution umzukrempeln. Die von Menschenhandel betroffenen Frauen wollte man zu selbstbestimmte Sex-Arbeiterinnen romantiseren, erzählt Piestert. Ähnliche Übernahmeversuchen gab es auch, weil sich der Verein vehement gegen das islamische Kopftuch ausspricht.
Kapitulation vor Trans-Aktivisten: "Wir sind in die Knie gegangen"
Dabei blieben die Vorwürfe, mit denen „Terres des Femmes“ von Aktivisten, aber auch von anerkannten Medien bombardiert wurde, über die Jahre hinweg gleich: Der Verein sei rassistisch, reaktionär, muslimfeindlich, rechts oder sogar rechtsextrem. Das Bezeichnende war aber: Der Vorstand mit Christa Stolle ließ diese Vorwürfe an sich abprallen und verlor sein Ziel nicht aus den Augen: Frauen in Notlagen in Deutschland und auf der ganzen Welt zu helfen – egal welche Vorwürfe es hagelte.
Diese Zeit des Widerstandes ist jetzt vorbei. „Terres des Femmes ist vor der woken Ideologie in die Knie gegangen. Das war abzusehen. Denn, wenn man einmal auf die Forderungen dieser Aktivisten eingeht, ist es vorbei, dann liegt man am Boden. Wir haben es nicht geschafft, uns dagegen zu wehren. Leider“, sagt Piestert.
Judith Sevinç Basad
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