„Bullshit“ als neue Kampfvokabel: SPD treibt Bürgergeld-Debatte auf die Spitze
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Die SPD hat in der Debatte um die geplante Bürgergeld-Reform im Bundestag klare Fronten gezeigt. Noch bevor die Reform des Bürgergeldes überhaupt Gestalt annehmen kann, erklärt die SPD öffentlich den politischen Widerstand – und demütigt die Union im Bundestag.
Mit deutlichen Worten hat Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) am vergangenen Donnerstag im Bundestag den Gesetzentwurf zur Reform des Bürgergeldes eingebracht. Künftig soll die Leistung unter dem Namen „Grundsicherungsgeld“ laufen, flankiert von härteren Sanktionen für Arbeitslose, die ihren Mitwirkungspflichten nicht nachkommen. Bas betonte die Notwendigkeit von Verbindlichkeit und Eigenverantwortung. Ihr Leitsatz: „Wer mitwirken kann, muss das auch tun.“
SPD widerspricht sich selbst – frontal und öffentlich
Für erheblichen Wirbel sorgte die SPD-Bundestagsabgeordnete Annika Klose, die zentrale Elemente der Reform offen infrage stellte. Das Bürgergeld sei „ein gutes und richtiges Gesetz“, die Debatte über angeblichen Missbrauch bezeichnete sie als „faktenfrei“. Und weiter – mit einer klaren Kampfansage an den Koalitionspartner CDU: „Deshalb schaffen wir das Bürgergeld auch nicht ab, sondern wir entwickeln es weiter.“
Kampfansage der SPD
Der Ton ist kein Zufall. Das Wort „Bullshit“ hat sich innerhalb der SPD zur programmatischen Kampfansage gegen die Union entwickelt. „Wann immer es darum geht, der Union klarzumachen: Ihr bekommt nicht, was ihr wollt, sagt die SPD mittlerweile ‚Bullshit‘“, so Pauline Voss bei NIUS Live am Freitagmorgen. Die Botschaft sei eindeutig: Keine Abschaffung des Bürgergelds, keine echten Sanktionen, keine Einsparungen – trotz gegenteiliger Wahlkampfversprechen der CDU.
Union gedemütigt
Besonders brisant: Mit der Aussage „potenziell verfassungswidrig“ erklärt erstmals eine Regierungspartei ihr eigenes Gesetz bereits vor der Verabschiedung zum Problemfall. Ein Novum im parlamentarischen Betrieb – und eine offene Einladung zur Blockade im weiteren Verfahren.
„Auf gut Deutsch: Das Bürgergeld bleibt. Es heißt anders. Und es wird am Ende vermutlich sogar teurer“, erklärt Julian Reichelt.
Von den im Wahlkampf versprochenen Milliardeneinsparungen der Union dürfte nichts übrig bleiben. Stattdessen drohen höhere Bürokratiekosten – bei gleichzeitig ausbleibender Wirkung.
Was offiziell als Reform verkauft wird, entpuppt sich bereits in der ersten Bundestagsdebatte als Koalitionskonflikt mit Ansage.
Die SPD stellt klar: Das Bürgergeld wird nicht abgeschafft. Punkt. Oder, wie es in der Debatte sinnbildlich hieß: Bullshit ist das neue Basta.
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