Rentner sollen mehr arbeiten: „Das kann kein Mensch mehr glauben“
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CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann hat zu „mehr Einsatz zum Erhalt des Wohlstandes“ aufgerufen. Er schielt dabei ausgerechnet auf Deutschlands Rentner, die nach seiner Vorstellung mehr arbeiten sollen. Über das aufgeladene Thema sprachen am Montag NIUS-Chefredakteur Julian Reichelt, Sportreporter-Legende Waldi Hartmann und NIUS-Moderator Philippe Fischer bei NIUS Live.
Im Studio herrscht ob des Vorstoßes von Carsten Linnemann vor allem eines: Fassungslosigkeit. Laut Sportreporter-Legende Waldi Hartmann darf Linnemann nicht bei den Rentnern anfangen, wenn es um die Frage gehe, wer denn nun zu wenig arbeite. Reichelt nimmt Bezug auf die bereits von Bundeskanzler Merz geäußerte Floskel „Wir müssen mehr arbeiten“ und holt zum Rundumschlag aus. Die Politik habe den Bürgern das Arbeiten „verleidet“, insbesondere in Corona-Zeiten, erklärt Reichelt. Zugleich bestätigt er, dass es mit der Produktivität in Deutschland Schwierigkeiten gebe.
Das sagte CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann in der ARD-Sendung Caren Miosga:
„Der Leistungsgedanke auch in der Schule muss wieder einziehen“
Auf den Vorschlag, dass Rentner mehr arbeiten müssten, dies aber nach den Worten Linnemanns freiwillig sei, reagiert Reichelt mit Unverständnis. „Es tut mir leid, das geht einfach nicht!“ Das Problem starte doch vielmehr bei der jüngeren Generation, die zum Teil nicht einmal zum Vorstellungsgespräch erscheinen wolle. „Diese Arbeitsmentalität wird den Wohlstand unseres Landes nicht aufrechterhalten können.“
Waldi Hartmann bestätigt die Entwicklung. Er hat Kontakt zu Arbeitgebern, die sich über Bewerber um einen Ausbildungsplatz wundern. Ihnen zufolge gehe das, was sich da vorstelle, gar nicht. Hartmann fordert, gegenzusteuern: „Der Leistungsgedanke auch in der Schule muss wieder einziehen, sonst funktioniert das nicht.“ In der aufgeladenen Debatte feuert Reichelt zurück: „Der Leistungsgedanke ist in unserem Land politisch gesteuert zerstört worden.“
„Rentner in Deutschland, das ist einer der größten gesellschaftlichen Missstände“
In Bezug auf die neue Rentnerdebatte werde klar, dass es eine neue Realität gebe, meint Reichelt. Und weiter: „Rentner in Deutschland, das ist einer der größten gesellschaftlichen Missstände.“ Rentner gingen durch Fußgängerzonen, sähen vielerorts illegale Migranten herumsitzen – und damit auch, wohin das eingezahlte Geld gegangen sei. Das System funktioniere nicht und müsse reformiert werden, so der Tenor. Rentner sollten vor allem wegen „politischer Fehlsteuerungen“ mehr arbeiten, meint Julian Reichelt. „Das kann kein Mensch mehr glauben.“
Die gesamte Sendung NIUS Live:
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