„Der Sturz von Damaskus ist ein Sieg für Al Kaida“
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Ein „Regime des Grauens“ ist vorbei. Syrische Islamisten haben den Diktator Bashar al-Assad gestürzt. Syrer weltweit feiern, doch die Zukunft des Landes im Mittleren Osten ist ungewiss. Über die Auswirkungen des Assad-Sturzes sprachen am Montag Julian Reichelt und Waldemar Hartmann bei NIUS Live.
„Wer glaubt, dass die Folge die Freiheit ist, hat die Lage in der Region nicht verfolgt“, kommentiert Reichelt. Er verstehe die Freude vieler Syrer, doch sehe er keinen Anlass zum Optimismus. „Die Lehre der letzten 20 Jahre: Auf ein Monster folgt das größere Monster. Das ist die normale Kette im Nahen und Mittleren Osten.“
„Das Ziel, Assad zu stürzen, hat Islamisten jeglicher Couleur geeint“
Man dürfe nicht übersehen, dass diejenigen, die Assad gestürzt haben, Islamisten sind, fügt Reichelt hinzu. „Das erinnert an den arabischen Frühling“, sagt Waldi. „Und ich habe daran keine guten Erinnerungen.“ Erst feierte man das Ende der Diktaturen, dann kamen die Islamisten. Egal, ob in Ägypten, Tunesien oder Marokko.
„Das Ziel, Assad zu stürzen, hat Islamisten jeglicher Couleur aus Syrien auf wundersame Weise geeint“, so Reichelt. Waldi: „Die Entwicklung dort macht mir große Sorgen“. Es seien zu viele verschiedene religiös fundamentalistische Gruppen am Werk, die, so hätten es die vergangenen Jahre in der Region gezeigt, wahrscheinlich keine Befreiung über das Land bringen würden. „Um es nochmal zu konkretisieren: Der Sturz von Damaskus ist ein Sieg für Al Kaida“, ergänzt Reichelt. Man müsse sich die Illusion nehmen, es handle sich um sogenannte Freiheitskämpfer.
„Gehen die Syrer oder kommen die Syrer?“
Auch auf deutschen Straßen wurde der Sturz des Diktators von Tausenden gefeiert. Oft mit islamischen Schlachtrufen. „Die Bilder sind beunruhigend“, findet Julian Reichelt. „Das ist keine klassische Freudenfeier, wie wir sie in Deutschland nach dem Sieg der Fußball-WM erlebt haben, sondern es ist ein durchaus islamistisch geprägtes Freudenfest“, auf dem Allahu Akbar gerufen werde.
Eine Frage sei jetzt zentral: „Gehen die Syrer oder kommen die Syrer? Rückkehr oder Exodus?“ Reichelt hält es für möglich, dass an die Hunderttausende zurückgehen. Gleichwohl könnte eine neue Flüchtlingswelle, ein neues 2015 entstehen. Das Thema würde noch wichtig für die anstehende Bundestagswahl.
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