Deutschland auf Rekordkurs: Dieses Jahr 150.000 Asylklagen?
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Immer mehr Menschen klagen gegen ihre abgelehnten Asyl-Bescheide. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Richterzeitung hervor, die die Daten der Landesministerien ausgewertet hat. Das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtete zuerst. Laut der Analyse gingen bereits bis Ende Juni dieses Jahres 76.646 neue Hauptsacheverfahren bei den Gerichten ein. Das ist mehr als im gesamten Jahr 2023: 71.885. Im vergangenen Jahr klagten über 100.000.
Besonders hohe Klagezahlen verzeichneten Nordrhein-Westfalen (13.304 im ersten Halbjahr 2025), Bayern (11.412) und Niedersachsen (11.000). Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Klagen jedoch am stärksten in Baden-Württemberg. Obwohl etwas weniger Asylanträge gestellt werden, ist die Justiz weiter belastet. Der Grund: Mehr Mitarbeiter im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sorgen dafür, dass Anträge schneller abgearbeitet werden.

Weniger Asylanträge, aber keine Entlastung
Die Ablehnungen führen im Anschluss wiederum zu einer Klagewelle. „Die rückläufige Zahl der Asylanträge in Deutschland schlägt bei der Justiz noch nicht durch. Im Gegenteil ist die Zahl der Asylklagen im ersten Halbjahr 2025 deutlich gestiegen, weil das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge seine Asylverfahren inzwischen schneller abarbeitet“, so der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Richterbunds, Sven Rebehn.
2023 hatte die Ministerpräsidentenkonferenz sich als Ziel gesetzt, Asylklagen innerhalb von sechs Monaten zu entscheiden. Bisher wird dies nur in Rheinland-Pfalz erreicht. In der Europäischen Union haben im ersten Halbjahr 2025 23 Prozent weniger Menschen einen Asylantrag gestellt als im Vorjahreszeitraum – bis Ende Juni waren es 399.000.
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