Merz macht SZ-Journalisten zum Sprecher: „Diese Berufung beschädigt die Glaubwürdigkeit der Politik“
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Ab jetzt soll er die Kommunikation der Regierung verantworten: Stefan Kornelius wechselt von der Süddeutschen Zeitung in die Regierung von Friedrich Merz. Dort soll er Sprecher werden. Eine Personalie, die beim Ethikprofessor und Philosoph Christoph Lütge für Unverständnis sorgt. Bei solch einer Personalie gehe es auch um die „Glaubwürdigkeit der Politik“, so Lütge am Mittwoch bei NIUS Live.
„Merz und seine kommende Regierung haben ja eigentlich Signale gesendet, dass man zumindest bei der Aufarbeitung in Richtung einer Enquete-Kommission gehen will, auf Kritiker zugehen will und einen verstärkten Dialog führen will“, so der 56-Jährige. „Und jetzt ist mit Stefan Kornelius aber jemand, der sich also nachdrücklich für eine Impfpflicht ausgesprochen hat, der das in Beiträgen 2021 auch danach noch unmissverständlich befürwortet hat, Ungeimpfte an den Pranger zu stellen.“
Kornelius’ Wirken als Journalist der Zeitung habe dabei zu einem falschen Freiheitsbegriff beigetragen. Der SZ-Journalist reiht sich mit der Stigmatisierung von Ungeimpften in eine Reihe mit Personalien wie Nina Warken (designierte Wirtschaftsministerin) und Karin Prien (Familienministerin) ein, die sich ebenfalls für eine Impfpflicht ausgesprochen haben.
Politmedialer Filz?
Die Nominierung Kornelius’ hatte Kritik nach sich gezogen, weil die Personalie den Eindruck eines politmedialen Kompasses verfestige. Vor Kornelius waren bereits eher linkere Journalisten wie Michael Stempfle (Tagesschau) in das Bundesverteidigungsministerium und Cersten Gammelin (Süddeutsche) zu Frank-Walter Steinmeier gewechselt. Auch unter der Regierung Merkels waren in Person von Steffen Seibert (ZDF) und Ulrich Wilhelm (ARD, BR) bereits Journalisten zu Sprechern geworden.
Vor dem Hintergrund des reibungslosen Wechsels in die neue Regierung dränge sich der Eindruck auf, so Beobachter, dass Journalisten weder maximal kritisch noch wirklich unabhängig waren.
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