„Wenn der Asylgrund entfällt, kann man, ja muss man wieder zurück“
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Nach dem Sturz Assads feiern tausende Syrer in Deutschland. Viele flohen vor seinem Folter-Regime und die Freude über das Ende seiner Herrschaft ist menschlich nachvollziehbar. Doch vielerorts kippt die Euphorie und wird zu einer Machdemonstration des eigenen Glaubens gegenüber der aufnehmenden christlichen Gesellschaft. Bilder von Weihnachtsmärkten und Innenstädten, in denen vor allem junge Männer „Allahu Akbar“ rufend in beeindruckend großen Gruppen aufmarschieren, lassen an der angeblich unschuldigen Freude und Friedlichkeit zweifeln.
Hinzukommt, dass Asyl immer auf Zeit gewährt wird. Angela Merkel sagte damals, wenn die Schreckensherrschaft des Islamischen Staates vorbei ist, müssten die hier lebenden Syrer zurückkehren. Dazu kam es nie. Doch aus der Politik tönen nun Forderungen aus verschiedenen Richtungen, die Ausreise der ehemaligen Flüchtlinge monetär zu unterstützen. Grüne und Linke halten diese Diskussion indes für zu früh und pietätlos. Bei NIUS Live sprachen Julian Reichelt und Peter Hahne über die Notwendigkeit, aktiv Entscheidungen zu treffen, um ein zweites 2015 zu verhindern.
„Ich bezweifle, dass das Geld die Leute treibt, wenn sie ideologisch aufgeheizt sind“
„Wenn der Asylgrund entfällt, kann man, ja muss man wieder zurück“, erklärt Hahne. Das Asylrecht sei international klar definiert. Er fügt hinzu: „Syrien braucht jetzt die Leute. Der normale Syrer, der seine Heimat liebt, muss doch jetzt sagen, ich gehe wieder zurück“. Es müsse ein ganzes Land wiederaufgebaut werden. Julian Reichelt hält einen finanziellen Anreiz für sinnvoll: „Wenn wir rund 30 Milliarden Euro Steuergeld aus dem Bund und noch weiteren Milliarden aus den Ländern im Jahr für illegale Einreise ausgeben, dann sollte die legale Ausreise uns auch etwas wert sein“. Natürlich sei das Thema brisant, natürlich würden Menschen sagen, wieso bekommen Syrer Geld und ich nicht. Dem gegenüber stehe allerdings ein Land, das unter der Migrationskrise ächzt.
Ob das Angebot tatsächlich angenommen würde, ob sich Syrer deshalb auf den Weg in die Heimat machten, sei jedoch offen. „Die rot-grüne Ideologie will gar nicht, dass die Menschen zurückgehen. Weil sie von einem Deutschland voller Menschen aus der arabischen Welt träumen, vom bunten Deutschland. Sie halten das für das bessere Deutschland. Linke mögen Deutschland nicht. Das war schon immer so. Vor allem mögen sie kein Deutschland voller Deutscher“, fasst Reichelt die Herausforderungen zusammen. Peter Hahne ist ebenfalls skeptisch: „Ich bezweifle, dass das Geld die Leute treibt, wenn sie ideologisch aufgeheizt sind. Dann werden sie erstmal ihren Auftrag hier sehen“.
Stattdessen werde es dazu kommen, dass verfeindete Gruppen interreligiöse Kämpfe der islamischen Welt auf deutschem Boden austragen, ist er überzeugt. „Jetzt kommen die Hardcore-Kämpfer aus Syrien und rächen sich hier an denen, die mit Fahnen den Assad-Sturz gefeiert haben“. Aktuell seien vor allem Sunniten in Deutschland, die damals vor Assad flohen. Nun kämen die schiitischen Unterstützer des gestürzten Diktators, die die Sunniten in Syrien verfolgt haben. „Was wird da wohl passieren?“, fragt Reichelt zynisch. Nur, wenn die Grenzen jetzt „hermetisch geschützt“ würden, gebe es die Chance, solche Eskalationen zu verhindern, fasst Hahne zusammen.
Die ganze Sendung NIUS Live:
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