Abschiebe-Irrsinn um Tunesien: Sicheres Urlaubs-Land, aber nicht sicheres Herkunftsland
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Wie passt das zusammen?
Auf der einen Seite machen jedes Jahr tausende Deutsche Urlaub unter den Palmen im fernen Tunesien, auf der anderen Seite flüchten Menschen aus dem nordafrikanischen Land nach Deutschland.

Der Internationale Flughafens Tunis Carthage. Hier kommen jedes Jahr zehntausende Deutsche an, um in Tunesien Urlaub zu machen.
Zwischen 500 und 700 Euro kostet es, um eine Woche im November in Tunis Urlaub zu machen. Inklusive Flug und Fünf-Sterne-Hotel mit Pool, versteht sich. Wenig verwunderlich, dass Tunesien ein beliebtes Urlaubsland für viele Deutsche ist.
Urlaubsziel Tunesien: sicher
Im vergangenen Jahr zählte das tunesische Ministerium für Tourismus und Kunsthandwerk 6,4 Millionen internationale Gäste. Darunter knapp 190.000 deutsche Urlauber, die in der nordafrikanischen Sonne die Erholung suchten.

Der Traum vieler Urlauber: In Tunesien am Pool unter den Palmen die Sonne genießen.
Das Auswärtige Amt hat noch nicht einmal eine Reisewarnung für das Land ausgesprochen – lediglich Empfehlungen. In der Empfehlung der Behörde heißt es: „Aufgrund der aktuellen Situation im Nahen Osten kann es in Tunesien verstärkt zu Demonstrationen kommen.“ Laut Auswärtigem Amt solle man Menschenansammlungen und Demonstrationen vermeiden, sich in den lokalen und sozialen Medien informieren.

Das Auswärtige Amt gibt lediglich Reisehinweise, spricht jedoch keine explizite Reisewarnung für Tunesien aus.
In Tunesien besteht weiterhin ein erhöhtes Risiko terroristischer Anschläge. In der Vergangenheit wurden zum Teil schwere Anschläge verübt, bei denen auch ausländische Reisende unter den Opfern waren.
Aber es existiert keine Reisewarnung. Zum Vergleich: Die Behörde hat aktuell eine Reisewarnung für Japan ausgesprochen – wegen des havarierten Kernkraftwerks Fukushima.
Es ist also amtlich: Tunesien ist ein sicheres Land!

Von Tunesien aus flüchten jedes Jahr Millionen Menschen über das Mittelmeer nach Europa.
Herkunftsland Tunesien: nicht sicher
Jedes Jahr flüchten tausende Tunesier über das Mittelmeer nach Europa. Darunter auch Menschen, die Europa gefährlich werden.
Einer von ihnen war Abdesalem A. Er hatte am Montagabend mitten in Brüssel das Feuer eröffnet, wobei mindestens zwei Menschen getötet und mehrere Personen verletzt wurden.
Er selbst wurde von der Polizei angeschossen, ist inzwischen seinen Verletzungen erlegen. 2019 hatte er in Belgien einen Asylantrag gestellt, war der Polizei im Zusammenhang mit Menschenhandel, illegalem Aufenthalt und Gefährdung der Staatssicherheit aufgefallen.

Abdesalem A. ermordete zwei schwedische Fußballfans auf offener Straße in Brüssel.
Laut Zahlen des Statistischen Bundesamts lebten 48.295 Menschen aus Tunesien in Deutschland. Wie viele davon geflüchtet sind, ist nicht bekannt. Was auffällt: Seit 2011 hat sich die Zahl der Tunesier in Deutschland mehr als verdoppelt. Vor zwölf Jahren lebten noch 23.610 Menschen aus dem nordafrikanischen Land in Deutschland.
Genau wegen dieses Paradoxons – Urlaubsland auf der einen, steigende Flüchtlingszahlen auf der anderen Seite – will CDU-Chef Friedrich Merz Tunesien, Marokko und Algerien als sichere Herkunftsländer einstufen.
Das Vorhaben wäre sinnvoll, denn es würde die Abschiebung nicht anerkannter Asylbewerber erleichtern.
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