Einigung zwischen Union und SPD bei Aktivrente: Bis zu 36.000 Euro steuerfrei für arbeitende Rentner
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Nach tagelangem Chaos und widersprüchlichen Signalen aus Regierung und Opposition zeichnet sich eine Einigung bei der umstrittenen „Aktivrente“ ab: Wie Bild berichtet, sollen Arbeitnehmer, die nach Erreichen des Rentenalters weiterarbeiten, künftig monatlich bis zu 2000 Euro steuerfrei hinzuverdienen können – unabhängig vom bestehenden Grundfreibetrag für die Rente selbst.
Damit würde der maximale steuerfreie Betrag für Betroffene auf bis zu 3000 Euro pro Monat ansteigen, wie es aus dem Finanzministerium heißt. Die Regelung soll zum 1. Januar 2026 in Kraft treten und könnte Tausende Ruheständler motivieren, länger im Job zu bleiben.
Der Wirrwarr begann vor Wochen, als erste Entwürfe durchsickerten: Ursprünglich hieß es, der Freibetrag solle 2000 Euro Verdienst monatlich ermöglichen, was Lohn und Rente in einen Topf werfen würde. Das hätte für viele eine effektive Halbierung des versprochenen Steuervorteils bedeutet, da der bestehende Grundfreibetrag von rund 1000 Euro pro Monat (12.000 Euro jährlich) für Rentenbezüge und andere Einkünfte wie Mieten bereits verbraucht wäre.

Künftig sollen Rentner inzentiviert werden, auch im Alter zu arbeiten.
Union sah sich in die Defensive gedrängt
Kritiker, darunter aus der Union selbst, sprachen von einem Rückschritt: Die CDU/CSU hatte im Wahlkampf eine großzügigere Regelung versprochen, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen. NIUS berichtete noch am Freitag, dass CDU-Chef Friedrich Merz in den Verhandlungen zu nachgiebig gewesen sein könnte und interne Unstimmigkeiten in der Union drohten. Der Bundeskanzler, der die „Aktivrente“ als zentrales Reformprojekt propagiert hatte, sah sich demnach parteiintern Vorwürfen ausgesetzt, dass er die Union in die Defensive gedrängt hätte, indem er Kompromisse einging, die den ursprünglichen Anspruch halbierten.
Nun klärt sich das Dilemma: Lohn und Rente sollen getrennt betrachtet. Der neue Freibetrag von 2000 Euro (24.000 Euro jährlich) gilt ausschließlich für den Zuverdienst aus Arbeit, während der Grundfreibetrag weiterhin die Rente schützt. Ein Beispiel: Bei einer Monatsrente von 1500 Euro fallen Steuern nur auf die überschüssigen 500 Euro an – der Zuverdienst bis 2000 Euro bleibt komplett steuerfrei.
Finanzexperte Fritz Güntzler erklärte etwa gegenüber Bild: „Ab Januar 2026 dürfen Rentner 2000 Euro pro Monat steuerfrei hinzuverdienen. Zusammen mit dem Grundfreibetrag von ca. 12.000 Euro sind somit etwa 36.000 Euro im Jahr steuerfrei.“

Union und SPD sollen sich bei dem Thema nach langem Chaos geeinigt haben.
Die Regierung rechnet dabei mit einer moderaten Nachfrage: Schätzungen gehen von rund 25.000 zusätzlichen „Aktivrentnern“ pro Jahr aus, doch der Bonus gilt auch für alle, die bereits freiwillig weiterarbeiten. Ob die Maßnahme den demografischen Druck auf den Arbeitsmarkt wirklich lindert, bleibt offen. Experten hatten in der Vergangenheit immer wieder gewarnt, dass insbesondere bürokratische Hürden und die anhaltende Debatte um Rentenreformen viele abschrecken könnten.
Vorerst aber scheint sich Merz durchgesetzt zu haben. Um den Start zum Jahreswechsel zu sichern, muss der Zeitplan jedoch eng getaktet werden: Am 8. Oktober, also bereits in rund zwei Wochen, soll das Kabinett die „Aktivrente“ verabschieden. Spätestens Anfang Dezember muss der Bundestag zustimmen.
Auch bei NIUS: 992 statt 2000 Euro mehr netto? Jetzt zofft sich die Regierung auch um die Aktivrente
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