Alarmierende Studie: Unser Bildungssystem kommt mit der Zuwanderung nicht mit
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Deutschlands Bildungssystem wird immer schlechter: Seit zehn Jahren verschlechtert sich das Bildungsniveau Jahr für Jahr, wie der Bildungsmonitor der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) zeigt, der seit mittlerweile 20 Jahren veröffentlicht wird. Das größte Problem: Das Bildungssystem kommt bei der Veränderung der Schülergruppen etwa durch Zuwanderung einfach nicht hinterher.
„Die Kitas und Schulen haben noch keine gute Antwort darauf gefunden, dass die Schülerschaft in den vergangenen Jahren deutlich heterogener wurde, ein steigender Anteil zu Hause nicht Deutsch spricht oder nur wenige Bücher im Haushalt besitzt“, erklärt Studienautor Prof. Dr. Axel Plünnecke vom Institut der Deutschen Writschaft in Köln (IW).
Grundlegendes Problem: zu Hause wird kein Deutsch gesprochen
Die Zahl der Kinder im Alter von 3 Jahren bis zum Einschulungsalter, die zu Hause vorrangig nicht Deutsch sprechen, ist in den vergangenen 15 um 35 Prozent angestiegen – mehr als jedes fünfte Kind spricht zuhause kaum Deutsch.
Die Folge: Vor allem Kinder aus Haushalten mit Migrationshintergrund oder von bildungsfernen Haushalten werden schulisch immer schlechter, was die Ungerechtigkeit bei den Startchancen für ebenjene Kinder vergrößert und soziale Unterschiede verfestigt.

Deutsche Schulen sind mit dem steigenden Anteil von Migranten oft überfordert.
Bildungs-Risikos bei Kindern mit Migrationshintergrund nehmen zu
In Deutschland ist der Zusammenhang zwischem der sozioökonomischen Situation der Eltern und dem Bildungserfolg des Kindes groß. Es gibt soziale Risikofaktoren wie etwa Arbeitslosigkeit der Eltern und damit fehlende berufliche Netzwerke oder eine Bildungsferne der Eltern, die Unterstützungsmöglichkeiten bei schulischen Aufgaben limitiert. Auch finanzielle Armut zählt zu schulischen Risikofaktoren, weil auch die heimische Lerninfrastruktur entscheidend für den Bildungserfolg ist.
Mehr als jedes zweite Kind (56 Prozent), das von nur einem Elternteil erzogen wird, ist von mindestens einem der Risikofaktoren betroffen – wobei die Tendenz seit mehr als zehn Jahren leicht fallend ist. Bei Kindern mit Migrationshintergrund ist es beinahe jedes zweite (47 Prozent), das einen dieser Bildungs-Risikofaktoren hat, wobei sich der Anteil hier in den vergangenen Jahren leicht erhöht hat. Im bundesdeutschen Durchschnitt sind 28,6 Prozent der Kinder betroffen, bei Kindern, die von beiden Elternteilen erzogen werden, liegt die Risiko-Quote bei 23,8, bei Kindern ohne Migrationshintergrund bei 16,4 Prozent.

Vielen Schülern mit Migrationshintergrund mangelt es an Sprach- und Lesekompetenz.
INSM fordert: Sprachtest vor der Einschulung
Die Studien-Autoren empfehlen daher, die frühkindliche Bildung gerade bei Sprachkenntnissen und Lesekompetenz zu stärken. Das Bildungssystem sei noch zu sehr einem Familienmodell, das in Deutschland vor 50 Jahren herrschte, angepasst, sagt Prof. Dr. Axel Plünnecke. Es brauche mehr Ganztagsangebote, Soziologen und Psychologen an den Schulen und die Fortbildung der Lehrkräfte, mit den Herausforderungen umzugehen, die eine unterschiedlicher werdende Eltern- und Schülerschar mit sich bringt.
INSM-Geschäftsführer Thorsten Alsleben fordert mit Blick auf den 20. Bildungsmonitor: „Die Herausforderungen durch massive Zuwanderung haben leider auch viele Schulen überfordert. Die Länder müssen umsteuern und viel mehr in frühkindliche Bildung investieren. Wir brauchen eine Vorschulpflicht für alle, die nicht oder schlecht Deutsch sprechen.“ Bildung sei der Schlüssel, so Alsleben, „Deutschland aus der Abwärtsspirale zu holen“.
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