Alexander Gauland über Koalition von CDU und BSW: Seine Parteifreunde wollen an der Macht bleiben ... insofern hat Merz in den Ländern zurückgesteckt
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Er gehört zu den Gründern der AfD, war Partei- und Fraktionschef und ist heute Ehrenvorsitzender: Mit Alexander Gauland, der nicht wieder für den Bundestag kandidieren wird, habe ich bei „Schuler! Fragen, was ist“ darüber gesprochen, wie er auf die Geschichte und die Entwicklung der AfD blickt, ob er die Gründung bereut und welche Rolle er für die Partei in der aktuellen Politik sieht.

Alexander Gauland im Gespräch mit Ralf Schuler.
Dass sich CDU-Chef Friedrich Merz mit markigen Worten von der AfD abgrenzt („Wir würden unsere Seele verkaufen!“), sieht Gauland gelassen. „Das sagt er, weil er Sorgen hat, dass an der Basis der Union mit uns kooperiert wird“, sagt er. „Es passiert ja schon, und es gibt immer wieder Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen. Aber das ist ein mühseliger Prozess, denn die Linkswendung der Union unter Merkel hat natürlich dazu geführt, dass sie Teil eines links-grünen Mainstreams geworden ist. Und Herr Merz hat natürlich große Schwierigkeiten, die Leute aus seiner eigenen Partei zu domestizieren, die diesen Kurs weiter fortsetzen wollen, namentlich Hendrik Wüst und Daniel Günther zum Beispiel. Aber es gibt natürlich auch andere und also kämpft er mühselig. Und das Letzte, was er im Moment brauchen kann, ist, dass wir ausgerechnet Herrn Merz unterstützen. Und deswegen muss er so auftreten, und deswegen nehme ich das nicht als das letzte Wort. Das wird unter Merz so bleiben, aber an der Basis ändert sich inzwischen in der CDU schon eine Menge.“

Sahra Wagenknecht liest aus ihrem Buch „Die Selbstgerechten“. Für Gauland ein „sehr kluges Buch“.
Ob er sich freue, dass die Union in Sachsen und Thüringen jetzt durch den Unvereinbarkeitsbeschluss in Richtung „Bündnis Sahra Wagenknecht“ (BSW) getrieben werde und daran schwer zu tragen habe, wollte ich wissen. „Ich freue mich nicht. Ich glaube, das wird für die Union sehr schwierig werden.“ Er habe Wagenknechts Buch „Die Selbstgerechten“ zweimal gelesen und finde es „ein sehr kluges Buch“. Wagenknecht habe „durchaus Überschneidungen mit uns“. Die Union werde das in große Probleme stürzen, „einen Unvereinbarkeitsbeschluss mit uns und der Linken durchzusetzen. Und jetzt vielleicht auch noch einen mit dem BSW. Und es gibt ja jetzt schon Leute, die sagen Nein, mit dem BSW, das kommt gar nicht in Frage. Einige in der Union stufen Wagenknecht als Stalinistin ein. Das wird nicht leicht für die Union. Wagenknecht hat bestimmte Positionen, die ich für richtig halte und die auch die AfD für richtig hält.“
Merz demontiere sich mit seinem Kurs derzeit teilweise selbst, so Gauland, weil seine markigen Ansagen auf Bundesebene ja täglich widerlegt werden. „Er verhandelt nicht mit Wagenknecht, aber seine Parteifreunde in den Ländern wollen an der Macht bleiben und haben gesagt: Du kannst uns nicht jede Option nehmen. Insofern hat er in den Ländern zurückgesteckt. Wie das ausgeht, müssen wir abwarten. Wagenknecht hat gerade in der Außenpolitik Positionen, die ich für vernünftig halte, die es aber der CDU wahnsinnig schwer machen, mit ihr in irgendeiner Weise jedenfalls auf Bundesebene zu einer Vereinbarung zu kommen.“
Schauen Sie das ganze Gespräch hier:
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Ralf Schuler
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