Alexander Kissler: „Wir sind auf dem Weg in eine Gesellschaft ohne Ansprüche“
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Das politische Parkett wird immer öfter auch tanzend beackert …
Es ist ein Trend, der Alexander Kissler, Autor & Journalist bei der Neuen Zürcher Zeitung, beunruhigt: Bundestagsabgeordnete, die ihre politischen Positionen in Tanzvideos artikulieren. Kissler im Gespräch mit „Schuler! Fragen, was ist“: „Es gibt natürlich so etwas wie die Würde des immer noch sogenannten Hohen Hauses. Und wenn ich einfach, wie soll ich sagen, jede Anforderung an Intellektualität, an Geistigkeit und letzten Endes vielleicht auch sogar ans Argumentieren aufgebe und sage: ‚Hier meine herausgekehrte Befindlichkeit, das ist Politik!‘ Dann hat das nichts mehr mit Argumentieren zu tun.“
Dass sich Politiker nicht immer bierernst zeigen, findet er grundsätzlich auch in Ordnung. Aber: „Das Authentische darf nicht ins Kindische umkippen, nicht in das Regiment der Gefühligkeit. Also: ‚Heute bin ich so drauf, morgen bin ich so drauf. Irgendwann könnt ihr mich mal alle.‘ Und das ist eben das Gefühl, das mit dem Siegeszug der infantilen Politik das Regiment der Gefühligkeit in die Politik einzieht.“

Kissler im Gespräch mit NIUS-Politik-Chef Ralf Schuler
Kissler warnt: „Gegen Gefühle habe ich keine Argumente. Wir bewegen uns auf dem Weg von einer infantilen Gesellschaft in eine Gesellschaft ohne Ansprüche. Das bedaure ich sehr. Aber wir fordern von uns selber oftmals zu wenig und fordern deshalb auch von den anderen zu wenig. Für die Politiker ist es sehr einfach geworden, mit den immer gleichen Phrasen durchzukommen.“
Das ganze Gespräch finden Sie hier:
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Ralf Schuler
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