Bei Wahlsieg der Union 2025: Söder will Atomkraftwerke reaktivieren
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Söder will die AKWende!
Wenn CDU und CSU nach der nächsten Bundestagswahl in Regierungsverantwortung sind, will Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) einen Deutschen Wiedereinstieg in die Kernkraft: „Und wir werden ab 2025 versuchen - wenn die Energiekrise dann noch da ist - eben eine Reaktivierung zu machen“, sagte der bayerische Ministerpräsident am Sonntag im ARD-Sommerinterview.
Am 16. April waren die letzten drei Atomkraftwerke – nach heftigem politischen Streit innerhalb der Bundesregierung – vom Netz gegangen. Seither importiert Deutschland so viel Strom aus dem Ausland wie noch nie zuvor (NIUS berichtete).

Entwicklung der Stromimporte und -exporte nach Wochen
Deutschland sei, sagte Söder, dank des von der Ampel umgesetzten Ausstiegs aus der Atomkraft im internationalen Vergleich ein „energiepolitischer Geisterfahrer“. Die ganze Welt würde auf die Kernenergie als Überbrückungsenergie setzen, „selbst Japan nach Fukushima sagt, wir brauchen zur Stabilisierung von Energiepreisen und Versorgung, da bin ich dafür“.

Das bayerische Kernkraftwerk Isar2
Nachgefragt, warum Söder pro Kernkraft aber gegen eine Endlager in Bayern sei, antwortete Söder: „Diese Planung, die jetzt heute dasteht, für eine Million Jahre das zu lagern, halte ich für eine absurde Idee – vor eine Million Jahre gab es keine Zivilisation. Wir sollten uns eher an technischen Lösungen orientieren.“ Söder hat auch eine Idee, er glaubt, dass das Thema Endlager in den kommenden zehn bis 15 Jahren Geschichte sein könnte: „Es gibt neue Forschungsreaktoren in den USA, die entweder keinen Müll produzieren oder diesen Müll verarbeiten, sodass es möglicherweise eine völlig neue Option gibt.“
Kernenergie als Brücke, Kernfusion für die Zukunft
Er wollte keine neue Reaktoren bauen, lediglich die bestehenden reaktivieren – außerdem will der bayerische Ministerpräsident in die Kernfusion als neue Technologie investieren. In den USA ist es Forschern erstmals gelungen, mit Kernfusion Energie zu gewinnen. Kritiker sagen, bis zur Marktreife könnten noch Jahrzehnte vergehen.
Hinzu komme, dass die Ampel-Koalition bestehend aus SPD, Grünen und FDP per Gesetz einen Rückgang des Energieverbrauchs für Deutschland vorgeschrieben habe. „Das heißt, wir sollen schrumpfen. Ich meine, haben Sie jemals was gesehen, was geschrumpft besser aussieht als vorher“, sagte Söder. Er warf der Ampel vor, kein Konzept zur Energieversorgung zu haben. „Und deswegen glaube ich, zwei Dinge brauchen wir - statt Kohlekraftwerke anzuwerfen, Kernenergie zu verlängern - es geht, letztes Jahr hieß es ja auch, es geht nicht - und zweitens, auf neue Technologien wie die Kernfusion zu setzen.“
Zur Wahrheit gehört: Es war die Union, die unter Kanzlerschaft von Angela Merkel den Atomausstieg im Angesicht der Reaktor-Katastrophe in Fukushima 2011 vorzog. Söder hatte sich damals ebenfalls vehement für einen Ausstieg ausgesprochen, in den vergangenen Monaten seit der Energiekrise aber seine Meinung wie viele andere Unionspolitiker geändert. Auch CDU-Chef Friedrich Merz hatte wiederholt - wenn auch vergeblich - eine Verlängerung der Atomlaufzeiten in Deutschland gefordert.
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Julius Böhm
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