Berliner Einheitsdenkmal: 17,8 Millionen versenkt – und noch lange nicht fertig
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In der überaus reichhaltigen Geschichte Berliner Possen ragt diese weit heraus: Das Freiheits- und Einheitsdenkmal vor dem Humboldt Forum auf der Museumsinsel wird frühestens 2026 fertiggestellt – und hat jetzt schon 17,8 Millionen Steuergelder verschlungen, ohne dass irgendetwas Denkmalartiges zu sehen ist, wie die BZ berichtet. Irre: Der Bundestag hatte das Denkmal vor 20 Jahren beschlossen – damit sollten die Bürgerrechtler in der DDR von 1989 gewürdigt werden.
Das Denkmal in Form einer gewaltigen begehbaren Wippe sollte 2013 fertig sein. Aber da war noch nicht einmal die Planung für den Bau erkennbar. Unendlich viele Hindernisse mussten erst aus dem Weg geräumt werden – wie immer in der deutschen Hauptstadt: Umwelt- und Denkmalschutz gingen beim Hindernislauf voran. Schließlich wurde die Eröffnung des Denkmals für den 30. Jahrestag des Mauerfalls geplant. Doch am 9. November 2019 hatten die Bauarbeiten noch nicht einmal begonnen. Heute, 17 Jahre nach dem Beschluss des Bundestages, elf Jahre nach dem ersten und fünf Jahre nach dem zweiten Termin zur Eröffnung, sieht man vor dem Schloss nur eine Art Sockel – also eigentlich nichts.

Geplantes Einheitsdenkmal vor dem Humboldt Forum.
Ein 150 Tonnen schweres Stahlungetüm
Anders sieht es mit der Wippe selbst aus. Das 150 Tonnen schwere Ungetüm steht fertig beim Hersteller, bei der Firma „Stahlbau Heinrich Rohlfing“ in Stemwede (Nordrhein-Westfalen). Was sagt die Verantwortliche Claudia Roth (Grüne), Bundesbeauftragte für Kultur im Kanzleramt, zur Zukunft des Denkmals? Die Antwort liest sich so: „Die Fertigstellung des Freiheits- und Einheitsdenkmals in Berlin wird sich absehbar bis ins Jahr 2026 verzögern.“ Zur Begründung heißt es: „Die Fertigstellung des Sockelbauwerkes und der Stahlschale fehlt, die auch aufgrund langwieriger Streitigkeiten zwischen dem Generalübernehmer und dem von ihm beauftragten Stahlbauer verzögert worden ist.“

Eine weitere Ansicht des geplanten Bauwerks.
Beide Bauunternehmer sind insolvent
Die Generalübernehmer sind der Architekt Johannes Milla und die Tänzerin Sasha Waltz, die die Wippe entworfen und sich für den Bau in der Arbeitsgemeinschaft „Milla & Partner/Sasha Waltz“ verbunden haben. Milla und Waltz gerieten in Streit mit der Firma Stahlbau Heinrich Rohlfing. Rohlfing behauptet, die vereinbarten Zahlungen nicht erhalten zu haben, und meldete im Februar 2024 Insolvenz an. Im Juli meldete dann auch die Firma „Milla & Partner/Sasha Waltz“ Insolvenz an. Die Bundesregierung hat nun als Bau-Partner zwei insolventen Unternehmen – und wartet das Ergebnis der Insolvenzverfahren erstmal ab.
Claudia Roth beauftragte jetzt einen externen Wirtschaftsprüfer, „um Klarheit über die bisherige Mittelverwendung und die noch zu erwartenden Kosten für eine Fertigstellung des Freiheits- und Einheitsdenkmals zu erlangen“.
Reichlich spät, könnte man sagen. Das ganze Chaos hat den Steuerzahler bisher 17,8 Millionen Euro gekostet. Und das Ende ist offen.
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