Bodenständig: Diese bekannten Politiker fliegen gerne Linie
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Politikern wird oft vorgeworfen, den Bezug zur Bevölkerung verloren zu haben. Dass dies nicht immer der Fall ist, zeigt eine NIUS-Recherche. Aufgrund des Pannen-Fluges von Annalena Baerbock mit dem Regierungsflieger wollten wir wissen, welche Politiker in Deutschland, Europa und weltweit das Staatsflugzeug am Boden lassen und lieber mit einem Linien-Flug abheben.
Auf NIUS-Anfrage teilt die Lufthansa mit, dass zwar Politiker regelmäßig Linienflüge des Kanich-Konzerns nutzen, um wen es sich genau handelt, darf der Konzern jedoch nicht verraten – Datenschutz!

Zu seinem ersten Antrittsbesuch in Brüssel flog auch Österreichs damaliger Regierungschef Sebastian Kurz (ÖVP) 2017 von Wien nach Brüssel. Die anderen Passagiere am Flughafen staunten nicht schlecht, als Kurz neben ihnen am Check-in vorbei ging. Laut Medienberichten soll er sogar Economy geflogen sein. Für einen Regierungschef ziemlich bodenständig!
Ex-Kanzlerin Angela Merkel machte Anfang des Jahres Schlagzeilen, als sie in der Economy-Class bei Eurowings gesichtet wurde. Wie die BILD berichtete, durfte Merkel aber als Erste ins Flugzeug einsteigen. Nach 16 Jahren Kanzlerschaft und damit verbundenen Flügen im Regierungsflieger darf man annehmen, dass der Flug der Kanzlerin eine willkommene Abwechslung war. Ihr Parteikollege Armin Laschet (CDU) flog während seiner Zeit als NRW-Ministerpräsident häufig Linie. Auch Flüge von Düsseldorf nach Berlin nahm Laschet innerdeutsch wahr.

Armin Laschet (CDU), bei diesem Foto noch Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, sitzt in einem Flugzeug das auf dem Flughafen steht.
Der Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß fliegt regelmäßig Linie. Erst vor kurzem flog er mit Lufthansa in den Libanon, um sich dort mit dem libanesischen Umweltminister zu treffen. Nicht die einzige Dienstreise, auf der Ploß Linie fliegt. Auch eine Reise mit dem Verkehrsausschuss des Bundestages in die USA absolvierten er und seine Parlamentskollegen mit einem Linienflug.
Die Entscheidung für den Linienflug hat einen einfachen Grund. Denn die Regierungsflotte dürfen nur Kanzler, Bundespräsident und Bundesminister in Anspruch nehmen. Es gibt Ausnahmeregeln für Ministerpräsidenten der Länder, jedoch nur, wenn die Maschinen nicht von Regierungsmitgliedern genutzt werden. Ploß ist in der Opposition, hat also keinen Anspruch auf einen Sitzplatz im Regierungsflieger.
Der fliegende Holländer-König
Die Niederländische Staats-Airline heißt KLM – Koninklijke Luchtvaart Maatschappij. Auf deutsch: Königliche Luftfahrtgesellschaft. Das kann man wörtlich nehmen, denn der niederländische König Willem-Alexander fliegt seit über 20 Jahren regelmäßig als Co-Pilot auf ganz herkömmlichen Linienflügen.

Bei Staatsbesuchen fliegen der Königin Máxima und König Willem-Alexander mit dem Regierungsflieger. In seiner Freizeit fliegt Willem auch gerne als Co-Pilot für die KLM.
Hintergrund ist, dass er eine gewisse Anzahl an Flugstunden im Jahr absolvieren muss, um den Pilotenschein behalten zu dürfen. 150 Stunden sind es im Jahr. Deshalb sitzt er zweimal im Monat im Cockpit. Der niederländischen Zeitung Telegraaf sagte er, dass nur wenige Passagiere ihn erkennen würden. Royal undercover also. Mit KLM fliegt die Regierung aber nicht. Die Niederlande verfügen auch über einen eigenen Regierungsflieger. Die Boeing 737-700 ist markant in silber, weiß, rot und blau lackiert.

Der niederländische König Willem-Alexander (L) sitzt im Cockpit eines Flugzeugs, das er am 18. September 2013 zum Luftwaffenstützpunkt Torrejon in Madrid, Spanien, steuerte.
Mit Totenkopf geflogen
Luxemburg, das kleinste Land Europas hat keinen eigenen Regierungsflieger. Kein Wunder, denn die nationale Fluggesellschaft Luxair verfügt über lediglich 19 Flugzeuge. Mehr als die Hälfte davon sind Propeller-Maschinen des Typen De Havilland Q-400.

Ein Flugzeug der luxemburgischen Gesellschaft „Luxair“ am Flughafen von Saarbrücken.
Wahrscheinlich auch deshalb sind der Großherzog und die Minister auf angemietete Privatmaschinen oder Linienflüge angewiesen. Beim NATO-Gipfel in Vilnius reisten der Premierminister Xavier Bettel, der Außenminister des Landes, Jean Asselborn, sowie Verteidigungsminister François Bausch mit einem gecharterten Flieger an.
Den nutzt eigentlich die Band Depeche Mode. Witzig bei diesem Flug: Neben dem Einstieg klebte ein Totenkopf-Sticker der Band.
Die Not war 2015 sogar so groß, dass Jean Asselborn, Luxemburgs Außenminister, von Amman (Jordanien) aus im deutschen Regierungsflieger mitgenommen wurde.
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