Bundesregierung wirbt für Einbürgerung und deutschen Pass
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Mit fast 300.000 Einbürgerungen war 2024 bereits ein Rekordjahr. Zu vermuten steht, dass es im vergangenen Jahr 2025 noch mehr deutsche Pässe waren, die an Ausländer vergeben wurden (Daten noch nicht öffentlich). Es handelt sich ohnehin um ein Thema, das gesellschaftlichen Sprengstoff birgt. Dennoch bewirbt die Bundesregierung weiterhin den deutschen Pass bei Ausländern. Und zwar aktiv und offensiv im Netz und sogar mit einer eigenen Webseite, die einen „QuickCheck“ anbietet.
„Einbürgerung: Das musst du erfüllen“, heißt es bei einem Instagram-Post der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Natalie Pawlik, die bei Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) angesiedelt ist. Darin gibt die Integrationsbeauftragte einen Überblick, welche Kriterien Ausländer erfüllen müssen, um den deutschen Pass beantragen zu können.

So bewirbt die Integrationsbeauftragte Einbürgerungen bei Instagram.
Zu den Kriterien heißt es unter anderem: „seit 5 Jahren in Deutschland leben“, „deinen Lebensunterhalt selbst sichern“ und „kein schweres Strafregister haben“. Weiter heißt es in dem Beitragstext: „Checke jetzt, ob eine Einbürgerung für dich infrage kommt – und plane deine Zukunft in Deutschland!“
Heißt: Es handelt sich nicht um eine reine Information. Die beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales angesiedelte Integrationsbeauftragte, ruft Ausländer aktiv dazu auf, ihre Zukunft in Deutschland zu planen und sich mit der Einbürgerung zu beschäftigen.

Eine NIUS-Anfrage, warum die Bundesregierung die Einbürgerung bewirbt, welche positiven Implikationen das hat und inwiefern ein „einfaches Strafregister“ eine Einbürgerung nicht verhindert, wenn lediglich „kein schweres Strafregister“ Bedingung für eine Einbürgerung ist, ließ die Pressestelle der Integrationsbeauftragten unbeantwortet.
„Quick Check“ für Einbürgerung auf eigenem Portal
Der Beitrag dient dazu, das eigens eingerichtete Einbürgerungs-Portal der Bundesregierung vorzustellen und zu bewerben. Dort wiederum werden zahlreiche Argumente in Schrift- und Videoform aufgeführt, warum es sich lohnt, deutscher Staatsbürger zu werden.
Dazu zählen laut der Webseite die Reisefreiheit, mehr Arbeitsmöglichkeiten und das Recht, zu wählen oder gewählt zu werden. Davon, dass man Teil der kulturellen Gemeinschaft in Deutschland mit gemeinsamen Werten werden kann, ist als Grund für eine Einbürgerung nicht die Rede.

So listet die Bundesbeauftragte Gründe auf, warum es sich lohnt, deutscher Staatsbürger zu werden.
Auf der Webseite wird zudem ein „Quick Check“ angeboten. Dort können sich einbürgerungswillige Ausländer in einer Art Fragebogen schlaumachen, welche Kriterien sie bereits erfüllen, um einen deutschen Pass beantragen zu können, und welche Kriterien noch zu erfüllen sind. Dort werden neben weiteren Informationen zum Procedere auch Info-Broschüren mit dem Titel „Mein Weg zum deutschen Pass“ zur Verfügung gestellt.
„Ein starkes Signal der Zugehörigkeit“
Absender der Webseite ist auch hier die Integrationsbeauftragte Natalie Pawlik, die Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) unterstellt ist.

Natalie Pawlik, die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung
Pawlik zeigt sich öffentlich als große Unterstützerin von mehr Einbürgerungen: „Die Zahlen aus den Bundesländern zeigen einen deutlichen Anstieg der Einbürgerungen. Das ist ein starkes Signal der Zugehörigkeit zu unserem Land und des Vertrauens in unsere Demokratie“, sagte sie in einem Interview mit dem Bundeszuwanderungs- und Integrationsrat.
Pawlik macht sich sogar für mehr und schnellere Einbürgerungen stark: „Gleichzeitig wissen wir, dass die Verfahren in vielen Regionen lang dauern und die Kapazitäten in den Einbürgerungsbehörden an ihre Grenzen stoßen. Hier braucht es schnellere Prozesse, insbesondere auch mit Hilfe digitaler Lösungen.“ Das fördere man auch mit dem Projekt „Pass[t] Genau!“.
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