Bundestag beschließt neuen Wehrdienst mit verpflichtender Musterung
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Der Bundestag hat dem Gesetz für einen neuen Wehrdienst zugestimmt. In einer namentlichen Abstimmung billigte eine Mehrheit der Abgeordneten die Pläne der Bundesregierung, die eine verpflichtende Musterung junger Männer sowie die Wiedereinführung der Wehrerfassung vorsehen. Damit kehrt Deutschland nach Jahren sicherheitspolitischer Zurückhaltung zu einem deutlich robusteren Personalmodell für die Streitkräfte zurück.
Zentraler Baustein der Reform ist ein zweistufiges Verfahren: Ab dem kommenden Jahr sollen alle 18-jährigen Männer und Frauen einen Fragebogen erhalten. Er wird online beantwortet und soll klären, ob jemand grundsätzlich bereit wäre zu dienen und welche körperliche Eignung vorliegt. Männer sind zur Antwort verpflichtet, Frauen nicht. Betroffen sind alle Jugendlichen ab dem Geburtsjahrgang 2008 – rund 680.000 Personen.
Ab dem 1. Juli 2027 beginnt dann die verpflichtende Musterung: Jeder männliche Jahrgang muss vollständig erfasst werden. Bis dahin wird schrittweise gemustert, weil derzeit noch Kapazitäten fehlen, um jährlich mehr als 300.000 junge Männer zu prüfen.
Wer als tauglich eingestuft wird, erhält ein Angebot der Bundeswehr. Der Dienst bleibt formal freiwillig und kann abgelehnt werden. Die Mindestdauer beträgt sechs Monate.
Mit der Reform verfolgt die Bundesregierung ein langfristiges Ziel: Die Bundeswehr soll von derzeit etwa 183.000 aktiven Soldaten auf 270.000 anwachsen. Zusätzlich ist ein Reservistenpool von 200.000 Personen geplant. Damit wären die deutschen Streitkräfte so groß wie seit Jahrzehnten nicht mehr.
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