„Das ist der Untergang der Partei“: Mitarbeiter empört über Kündigungswelle in Grünen-Zentrale
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Bei der vergangenen Bundestagswahl sackten die Grünen von 14,8 Prozent auf 11,6 Prozent ab. Laut einem Bericht des Handelsblatts zog die Parteispitze nun Konsequenzen und kündigte eine Verkleinerung des Personalstammes in der Berliner Parteizentrale an. Auf einer Mitarbeiterversammlung kassierten die Parteichefs Empörung.
Es soll der 23. Juli 2025 gewesen sein. Gegen 13:30 Uhr versammelten sich etwa 75 Grünen-Mitarbeiter im Pressesaal der Bundesgeschäftsstelle, wo sonst Journalisten ihre Chefs befragen. Grünen-Chef Felix Banaszak und die Schatzmeisterin Manuela Rottmann stellen sich vor die Mannschaft. Franziska Brantner wird per Video zugeschaltet.
„Banaszak, Rottmann und Brantner haben keine guten Nachrichten zu verkünden. Die Schatzmeisterin fasst es mit diesen Worten zusammen: ‚Das ist ein Fuck-up-Scheißtag.‘ Anlass für die Versammlung war die interne Mitteilung, dass zahlreiche befristete Verträge der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Bundesgeschäftsstelle nicht verlängert werden“, schreibt das Handelsblatt über die interne Versammlung.

Die Grünen-Chefs Franziska Brantner und Felix Banaszak
Das Medium will erfahren haben, dass man die Geschäftsstelle von 150 Stellen auf 120 Stellen verkleinern will. Die Stimmung in der Belegschaft war entsprechend hitzig. „Das ist der Untergang der Partei“, wird eine Mitarbeiterin zitiert.
Vorgehen nach Wahlniederlagen nicht unüblich
Dass die Parteichefs sich mit solchen Einschnitten nicht in der Beliebtheit steigern, war allen klar. Insbesondere zu Wahlkampfzeiten werde oft Personal eingestellt, welches nach dem Urnengang wieder gehen müsse. Durch die verlorenen Wählerstimmen fehle der Partei einfach das sonst gewohnte Geld. Je Prozentpunkt gesunkenes Wahlergebnis sollen im Budget einer Partei etwa eine Million Euro wegfallen. „Wir müssen sparen“, soll Banaszak laut Handelsblatt vor den Mitarbeitern gesagt haben.
Erhöhter Krankenstand in Grünen-Zentrale
Die Wirtschaftszeitung berichtet weiter, dass viele „die Auswahl, wer gehen muss und wer bleiben darf, als willkürlich“ empfinden. Als „intransparent, unehrlich und in Teilen schlicht verlogen“ werde das Vorgehen der Parteichefs bezeichnet. Nach der Betriebsversammlung soll es „überdurchschnittlich viele Krankmeldungen gegeben“ haben, wie das Handelsblatt berichtet.
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