Die Nichtwähler brachten den Sieg: Die Zahlen hinter dem AfD-Triumph von Sonneberg
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48 261 Menschen hatten am Sonntag im Kreis Sonneberg (Thüringen) die Wahl. Und sie haben sich mit absoluter Mehrheit dafür entschieden, sich in ihrem Kreis künftig von einem AfD-Politiker regieren zu lassen. Robert Sesselmann (50) wurde mit 52,8 Prozent der Stimmen zum Landrat gewählt, ist somit der erste AfD-Mann in einem kommunalen Spitzenamt.
Das Ergebnis hat es als 2. Meldung in die 20-Uhr-Ausgabe der Tagesschau geschafft, Spitzenpolitiker aller Parteien äußerten sich. Von einem „Dammbruch“ (SPD-Chefin Saskia Esken) und einem „Alarmsignal für die Demokratie“ (Linken-Chef Martin Schirdewan) war die Rede. Der bisherige Landsrat und Stichwahl-Verlierer Jürgen Köpper (CDU) sagte, ihm sei „die unsägliche Politik der Bundesregierung auf die Füße gefallen“. Nur, dass die CDU doch eigentlich gar nicht in Berlin regiert, also doch als Opposition mit von einer schwachen Ampel profitieren müsste …
Der Umfrage-Höhenflug der AfD auf Bundesebene (knapp 20 Prozent) hat sich also das erste Mal in einem direkten Wahlerfolg wieder gespiegelt. Vor allem für die Ampel-Parteien und die CDU stellt sich die Frage, was sie aus der Sonneberg-Wahl lernen können.
Ein Blick in die amtlichen Zahlen zeigt vor allen Dingen eins: Die AfD hat für die Stichwahl noch einmal MEHR Wähler mobilisiert, als alle anderen Parteien gemeinsam es mit ihren AfD-Verhinderungs-Aufrufen geschafft haben. Hier sind die Zahlen:
DER ERSTE WAHLGANG
- Beim 1. Wahlgang am 11. Juni lag die Wahlbeteiligung bei 49,1 Prozent (23 705 abgegebene Stimmen).
- AfD-Mann Sesselmann holte 46,7 Prozent (10.941 Stimmen)
- Die anderen Kandidaten (CDU-Mann Köpper, Nancy Schwalbach für Linke/Grüne, Anja Schönheit für die SPD) holten 53,3 Prozent (12.501 Stimmen
DIE STICHWAHL
- Bei der Stichwahl am Sonntag wuchs die Wahlbeteiligung auf 59,6 Prozent an (28.778 abgegeben Stimmen).
- Robert Sesselmann (AfD) holte 52,8 Prozent, die absolute Zahl betrug 14.992 Stimmen
- Jürgen Köpper (CDU) landete bei 47,2 Prozent, seine absolute Stimmenzahl lag bei 13.419 Stimmen
Heißt im Klartext: Die Wahlbeteiligung stieg um knapp 5000 Personen. Der AfD-Kandidat holte 4051 mehr Stimmen als im ersten Wahlgang. Während alle anderen Parteien sich für den CDU-Kandidaten aussprachen, teils auf Bundesebene die Werbetrommel rührten – und er etwas weniger als 1000 Stimmen dazu gewinnen konnte. In Sonneberg haben also vor allem die mitentschieden, die beim ersten Wahlgang zu Hause geblieben sind. Ein Erfolg der Nichtwähler …
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