E.ON-Boss Birnbaum: „Französische Kernkraft ist unersetzbar“
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Das hören die Kernkraft-Gegner in der Ampel-Regierung wohl nicht gerne.
Deutschlands wichtigster Energie-Manager, E.ON-Chef Leonhard Birnbaum, befürchtet, dass das europäische Stromnetz ohne Atom-Strom möglicherweise zusammenbrechen könnte: „Tatsache ist, dass die französische Kernkraft in den nächsten ein, zwei Dekaden völlig unersetzbar ist - wenn die einfach wegfallen würde, würde ich mich schwertun zu sagen, wie wir den europäischen Strommarkt stabilisiert kriegen“, sagte Birnbaum bei der Halbjahrespressekonferenz seines Konzerns, der in Deutschland zwölf Millionen Menschen mit Strom und zwei Millionen mit Gas versorgt.

„Tatsache ist, dass die französische Kernkraft in den nächsten ein, zwei Dekaden völlig unersetzbar ist“, sagte Birnbaum.
Dabei sei die Kernkraft in Frankreich – anders als oft von Politikern der Grünen Partei und inzwischen auch von Bundeskanzler Olaf Scholz dargestellt – nicht das Problem, sondern ein wichtiger Helfer in Europa, so Birnbaum: „Deswegen hilft die französische Kernkraft auch den Umbau auf ein Erneuerbaren-System auch in Deutschland zu stabilisieren, weil wir sind ja Teil des europäischen Marktes, wir sind ja nicht ein isolierter Markt.“
Der E.ON-Boss empfielt der Bundesregierung in der Debatte um die richtige Energiepolitik zudem „ein bisschen zurückhaltend zu sein, unseren Weg allen anderen aufzwingen zu wollen. Das ist ganz sicher nicht von Erfolg gekrönt, wenn wir diesen Ansatz verfolgen.“ Er fordert ein Miteinander statt des bisherigen Gegeneinanders.
E.ON-Chef glaubt nicht an deutschen Atomkraft-Restart
Auf europäischer Ebene sei „ganz klar, dass es da eine Bewegung gibt, dass Frankreich in das Thema investieren will, dass eine Reihe osteuropäischer Länder auch aus Versorgungssicherheit- und Stabilitätsgründen investieren wollen“, erklärte Birnbaum. Eine Restart-Debatte auf deutscher Ebene sei sinnlos: „Ich sehe keine Chance, dass es eine politische Entscheidung gibt, dass das jemals wieder auf deutscher Ebene relevant wird und deswegen will ich da auch gar nicht drüber spekulieren.“
Im Gespräch mit ntv machte der E.ON-Chef aber klar, dass ein Wiederhochfahren der im April abgeschalteten deutschen Atomkraftwerke problemlos möglich sei: „Technik ist nie die Frage bei der Kernenergie, bei der Kernenergie ist immer die Frage die Politik.“
Brisant: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte bei einem Bürgerdialog in Erfurt das exakte Gegenteil behautpet (NIUS berichtete): „Ich habe mit allen gesprochen, man kann die nicht einfach wieder in Betrieb nehmen“, antwortete Scholz auf Nachfrage. Mit allen außer mit Deutschlands wichtigstem Energie-Manager ...
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Julius Böhm
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