Exklusive INSA-Umfrage: Mehrheit der Deutschen lehnt Rentenpläne der Bundesregierung ab
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Seit Wochen tobt in der Union ein Streit um das Rentenpaket der Bundesregierung. Mehrere junge Abgeordnete begehren auf und wollen die Reform von CDU/CSU und SPD nicht mittragen. Was aber denkt die Bevölkerung über die Rentenpläne? Eine repräsentative INSA-Umfrage im Auftrag von NIUS macht deutlich: Die Mehrheit der Deutschen lehnt die derzeitigen Rentenpläne ab – und glaubt, dass das derzeitige Rentensystem die Jungen benachteiligt.
Die Bundesregierung will das Rentenniveau bis 2031 bei 48 Prozent des Durchschnittslohns beibehalten. Im Gesetzentwurf ist außerdem vorgesehen, dass auch nach 2031 das Rentenniveau um rund einen Prozentpunkt höher als im geltenden Recht liegen soll. Das will die Junge Union nicht mittragen, da dies zum einen nicht im Koalitionsvertrag vereinbart ist und zum anderen Folgekosten von geschätzt bis zu 120 Milliarden Euro bis 2040 für die Beitragszahler verursachen würde.
NIUS wollte wissen: Wie bewertet die Bevölkerung die Rentenpläne der Regierung? Die Ergebnisse der INSA-Umfrage zeichnen ein gespaltenes Bild, eine Mehrheit lehnt das Gesetzespaket jedoch ab. 34 Prozent finden sie „sehr gut“ oder „eher gut“, eine Mehrheit von 45 Prozent bewertet sie als „eher schlecht“ oder „sehr schlecht“. 11 Prozent wissen keine Antwort auf die Frage, jeweils 5 Prozent ist es egal oder machten keine Angabe.

Getrennt nach Parteizugehörigkeit finden nur die Wähler von Union und SPD die Pläne der Bundesregierung mehrheitlich gut. Die größte Zustimmung findet das Gesetzesvorhaben unter Anhängern der CDU/CSU. 56 Prozent von ihnen bewerten die Pläne als „gut“, 32 Prozent als „schlecht“. Dahinter folgen die SPD-Wähler, die zu 48 Prozent mit „gut“ abstimmten und zu 40 Prozent die Pläne als „schlecht“ verwarfen. Die höchste Ablehnung findet sich bei Wählern der Grünen (58 Prozent „schlecht“ zu 27 Prozent „gut“), der Linken (54 Prozent „schlecht“ zu 30 Prozent „gut“) und der AfD (53 Prozent „schlecht“ zu 30 Prozent „gut“).

Sortiert nach Altersgruppen lehnen die 40- bis 49-Jährigen das Rentenpaket der Bundesregierung am deutlichsten ab, gefolgt von den 30- bis 39-Jährigen und den 18- bis 29-Jährigen. Die höchste Zustimmung findet das Paket bei den 60- bis 69-Jährigen sowie bei den über 70-Jährigen.
Was wird aus der Rentenkommission?
Die Bundesregierung plant, eine Kommission einzusetzen, die bis zum Sommer 2026 konkrete Reformvorschläge für die Rente liefern soll. Doch die Deutschen glauben mehrheitlich nicht, dass die Arbeit der Rentenkommission für eine grundlegende Reform des Rentensystems sorgen wird. Nur 27 Prozent bejahen die Frage. 58 Prozent glauben nicht daran. 11 Prozent wissen es nicht und 4 Prozent machten keine Angabe.

Fast ein Drittel der Beitragszahler glaubt zudem nicht, am Ende des Arbeitslebens eine staatliche Rente zu erhalten. 29 Prozent der Befragten gaben an, nicht davon auszugehen. 53 Prozent der Befragten zweifeln nicht daran, am Ende ihres Arbeitslebens eine staatliche Rente zu erhalten.

Am wenigsten glauben die 30- bis 39-Jährigen an ein für sie glückliches Ende in der Rentenfrage. 43 Prozent in dieser Altersgruppe gehen von einer Rente am Ende des Arbeitslebens aus, 39 Prozent zweifeln diese an. Unter den Unions-Anhängern ist die Zuversicht, eine staatliche Rente zu erhalten, am größten (72 Prozent), während AfD-Wähler (42 Prozent) und BSW-Wähler (36 Prozent) dem derzeitigen Rentensystem am wenigsten trauen.
Gleichzeitig stimmen auch 58 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass das derzeitige Rentensystem die jüngere Generation benachteiligt. 24 Prozent sehen dies nicht so. 13 Prozent wissen keine Antwort auf die Frage, 4 Prozent machten keine Angabe. 68 Prozent der 18- bis 29-Jährigen stimmen dieser Aussage zu – der höchste Wert unter allen Altersgruppen. Bei den 30- bis 39-Jährigen sind es ebenfalls knapp zwei Drittel (65 Prozent). Selbst die über 70-Jährigen erkennen mehrheitlich ein nachteiliges System für die heranwachsende Generation. 52 Prozent in dieser Altersgruppe stimmten der Aussage zu, 32 Prozent lehnten sie ab.
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