Nach Putsch: Festgesetzter nigrischer Präsident fleht um Hilfe
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- Gestürzter Präsident Mohamed Bazoum richtet sich mit einer Bitte an die Weltgemeinschaft.
- Der Putsch im Niger könnte Auswirkungen für die ganze Welt haben.
- Bazoum bittet jetzt die US-Regierung um Hilfe.
Gut eine Woche nach dem Putsch im Niger hat der festgesetzte Präsident des westafrikanischen Landes, Mohamed Bazoum, einen Appell an die Weltgemeinschaft gerichtet, die „letzte Bastion des Respekts für Menschenrechte“ im Sahel zu retten. „Dieser versuchte Putsch ist eine Tragödie für Nigrer, doch sein Erfolg hätte verheerende Folgen weit über unsere Grenzen hinaus“, warnte Bazoum in einem online veröffentlichten Gastbeitrag für die Washington Post.
Der demokratisch gewählte Bazoum war vergangene Woche im Niger von Offizieren der Präsidialgarde festgesetzt und für entmachtet erklärt worden. Neuer selbsternannter Machthaber ist jetzt der Kommandeur General Abdourahamane Tiani.

Vergangene Woche: Französische und andere Staatsangehörige versammeln sich am internationalen Flughafen in Niamey, um mit einem französischen Militärflugzeug nach Frankreich zurückgebracht zu werden.
Auch die Verfassung ist außer Kraft und alle Behörden sind aufgelöst worden.
Es ist nicht der einzige Putsch in Westafrika. Nach Militärputschen in Mali und Burkina Faso war der Niger das letzte der drei Nachbarländer in der Sahelzone, das von einer demokratisch gewählten Regierung geführt wurde.
Den Gastbeitrag in der Washington Post schreibe er als Geisel, so Bazoum. „Der Niger wird von einer Militärjunta angegriffen, die versucht, unsere Demokratie umzustürzen, und ich bin nur einer von Hunderten Bürgern, die willkürlich und illegal eingesperrt worden sind“, schrieb der Präsident.
Der Staatsstreich gegen seine Regierung habe keinerlei Rechtfertigung. Sollte er gelingen, werde er Folgen für die gesamte Welt haben. Seine Regierung sei 2021 in demokratischen Wahlen an die Macht gekommen. Jeder Versuch, eine rechtmäßige Regierung zu stürzen, müsse gestoppt werden, so Bazoum. Er schätze die klare Verurteilung „dieses zynischen Versuchs, den bemerkenswerten Fortschritt zu untergraben, den der Niger als Demokratie gemacht habe“.

Mohamed Bazoum ist seit 2021 Staatspräsident Nigers. Zuvor war er bereits Außen- und Innenminister des Landes.
Die Vereinigten Staaten, die Afrikanische und die Europäische Union sowie die westafrikanische Staatengemeinschaft Ecowas hätten sich alle laut und deutlich dazu geäußert. In dieser Notlage rufe er nun die US-Regierung und die gesamte Weltgemeinschaft dazu auf, seinem Land bei der Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung zu helfen, schrieb Bazoum weiter.
Nur durch die Verteidigung gemeinsamer Werte wie Demokratie und Respekt für die Rechtsstaatlichkeit könne es Fortschritte im Kampf gegen Armut und Terror geben. Sein Land befinde sich an einem Wendepunkt seiner Geschichte. (dpa)
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