Fettnapf-Alarm: Wird Außenminister Wadephul zur Christine Lambrecht im Kabinett Merz?
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Fettnapf, wo bist du? Ich komme!
Spricht man mit Politikern der Unionsspitze, dann macht eine bizarre Sorge die Runde: „Wird der glücklose Außenminister Johann Wadephul zur Christine Lambrecht der Union?“ Ein Jahr nach dem Ampel-Aus (6. November 2024) und exakt ein halbes Jahr nach Antritt der Merz-Regierung (6. Mai 2025) droht Wadephul in den Augen etlicher Parteifreunde zur neuen Peinlich-Personalie des Kabinetts zu werden.
Christine Lambrecht vom linken SPD-Flügel wurde 2019 Justizministerin, übernahm nach dem Rücktritt von Franziska Giffey zusätzlich das Familienministerium und wurde nach der Bundestagswahl 2021 aus Gründen der Frauenquote von Ex-Kanzler Olaf Scholz zur Verteidigungsministerin ernannt. Eine fatale Fehlbesetzung. Die Reform der Bundeswehr verschleppte Lambrecht, wollte die Ukraine zunächst lediglich mit „5000 Helmen“ unterstützen, fiel bei Truppenbesuchen (u.a. in Mali) durch hohe Stöckelschuhe und später durch die umstrittene Mitnahme ihres Sohnes im Helikopter (Spitzname „Helikopter-Mama“) auf. In der Silvesternacht 2023 schließlich nahm Lambrecht inmitten von lautem Geböller ein privates Video für ihren Instagram-Account auf, in dem sie u.a. sagte: „Mitten in Europa tobt ein Krieg. Und damit verbunden waren für mich ganz viele besondere Eindrücke (…) viele, viele Begegnungen mit interessanten und tollen Menschen, dafür sage ich ein herzliches Dankeschön …“ Wenig später wurde sie vom Bundeskanzler entlassen.
Eine ähnlich unglückliche Gestalt gibt Wadephul derzeit für die Union ab.

Christine Lambrecht (SPD), damalige Verteidigungsministerin, bei einem Truppenbesuch
Fassungslosigkeit in der Union
Nannte man den aus Schleswig-Holstein stammenden Politiker in den eigenen Reihen bisher beim verhunzten Nachnamen „what a fool“ (engl.: was für ein Narr!), so hat Wadephuls jüngster Fauxpas vor allem bei der CSU das Fass zum Überlaufen gebracht. „Kurzfristig können sie nicht zurückkehren“, sagte Wadephul während seiner Syrien-Reise bei der Besichtigung zerstörter Stadtviertel und lieferte damit ministerielle Expertise allen deutschen Verwaltungsgerichten frei Haus, die jetzt oder demnächst über die Rückkehr syrischer Migranten zu entscheiden haben.
Im Hause von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) herrschte Fassungslosigkeit, als die ersten Meldungen mit dem Zitat über die Agenturen liefen. Auch Kanzler Friedrich Merz hatte während seines Türkei-Besuchs mit Präsident Erdoğan über die Rückkehr deutscher Syrien-Flüchtlinge gesprochen. Doch obwohl Kanzler Friedrich Merz (CDU) selbst und Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) den Außenminister öffentlich korrigierten und sowohl Regierungssprecher Stefan Kornelius und Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) Wadephul widersprachen, legte dieser am Dienstag in der Fraktionssitzung noch nach und verglich Syrien mit „Deutschland 1945“ und wurde schließlich mit der peinlichen Selbstbeschreibung zitiert: „Ich bin kein Weichei“ und er werde nicht aus von seinem grün-dominierten Haus geführt.
„Ganz gleich, wo man auf der Welt einen Fettnapf aufstellt“, grantelt einer aus der CSU-Spitze, „Wadephul fliegt hin und tritt hinein“. Fakt ist, dass Wadephul für die Bundesregierung wegen seiner Peinlich-Patzer von Anfang an immer mehr zum Problem wurde, das an Lambrecht oder die aufgelöst zurückgetretene grüne Familienministerin Anne Spiegel erinnert.

Außenminister Johann Wadephul (CDU) zeigte sich in Syrien emotional.
Ein feines Gespür für falsches Timing
Im Juli plauderte er unabgesprochen bei einer Auslandsreise aus, dass Deutschland mittelfristig fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts in die Verteidigung ausgeben werde und provozierte damit den Koalitionspartner SPD, mit der die Sache noch nicht abgesprochen war. Wadephul sprach von einer „Zwangssolidarität mit Israel“ und stellte im Alleingang wegen der Lage in Gaza die Waffenlieferungen an Israel infrage, bevor Kanzler und Koalition dazu überhaupt gesprochen hatten.
Wadephul gratulierte seiner Amtsvorgängerin Annalena Baerbock (Grüne) euphorisch per Twitter zum Antritt ihres neuen UN-Jobs in New York, sodass sich viele in der Union fragten, ob der Minister etwa die grünen Jubel-Beamten von Baerbock übernommen habe. Mit einer feinen Nase für falsches Timing kritisierte er kurz vor der US-Reise des Kanzlers den Stil der Trump-Regierung als „irritierend“ und „gewöhnungsbedürftig“ und sprang mit China erst kürzlich so rüde und undiplomatisch um, dass man ihn in Peking einfach auflaufen ließ und er seinen geplanten Besuch mangels Gesprächspartnern absagen musste.
Wadephuls Ministersessel wackele, schrieb Bild dieser Tage. Tatsächlich ist seine Amtsführung nicht nur peinlich, sondern für viele Unionsleute inzwischen ein massives Ärgernis. Entlassen, wie Lambrecht am Ende, wird er deshalb vermutlich noch nicht so bald. Aber den Titel „Minister auf Bewährung“ hat er sicher, heißt es in der Unionsfraktion.
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