Gendersprache, Unisextoiletten: Handbuch des Bildungsministeriums NRW drängt Schulen zur Regenbogen-Propaganda
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In einer neuen Broschüre zum Thema „queere Vielfalt“ rät das Bildungsministerium in Nordrhein-Westfalen seinen Schulen, zukünftig die Regenbogenfahne zu hissen und auf geschlechtsneutrale Toiletten umzustellen. Für die Lehrer hält das Ministerium außerdem Tipps bereit, wie die Schüler korrekt angesprochen werden können – möglichst geschlechtsneutral und diskriminierungsfrei.
Die 50-seitige Broschüre mit dem Titel „LSBTIQ* an Schulen in Nordrhein-Westfalen: Hinweise, Informationen und Praxisbeispiele“ wurde bereits Ende September an die Schulen in NRW verschickt – mit dem Ziel, den Schulen Tipps im Umgang mit Schülern zu liefern, die sich der Regenbogen-Community zugehörig fühlen. „Unsere Schulen sind Orte gelebter Vielfalt, an denen demokratische Werte und Kompetenzen vermittelt und sich gegen jede Form von Hass und Menschenfeindlichkeit starkgemacht wird“, heißt es im Vorwort von Bildungsministerin Dorothee Feller. Die Schule habe den klaren Auftrag, „Akzeptanz gegenüber LSBTIQ*-Personen zu fördern und jeder Form von Diskriminierung und Gewalt entschieden entgegenzuwirken“.

Die Broschüre zum Thema „queere Vielfalt“
„Menschen können als weiblich, männlich oder intergeschlechtlich eingeordnet werden“
Bevor allerdings auf die konkreten Handlungsbeispiele eingegangen wird, findet der Leser zuerst einmal „Begriffliche Grundlagen zu LSBTIQ*“. Darin erklärt wird etwa, was überhaupt mit Geschlecht gemeint ist. Zu den biologischen Geschlechtsmerkmalen heißt es etwa: „Menschen können bezogen auf diese Geschlechtsmerkmale zum Beispiel als weiblich, männlich oder intergeschlechtlich eingeordnet werden. Dabei gibt es innerhalb dieser biologischen Geschlechtskategorien ein großes Spektrum und viele individuelle Unterschiede“, heißt es in der Erklärung. Wie sich dieses Spektrum konkret ausgestaltet, wird nicht genauer erläutert.

Seite 9 der Broschüre
Ist vielleicht in der Konsequenz auch nicht entscheidend, viel entscheidender in der äußerlichen Einordnung der Geschlechter dürfte nämlich der „Geschlechtsausdruck und Geschlechterrollen“ sein. Der beziehe sich darauf, wie die eigene Identität nach außen getragen und von anderen wahrgenommen werde. „Was als feminine, maskuline, geschlechtsneutrale oder auch androgyne Ausdrucks- und Verhaltensweise empfunden wird, ist abhängig von gesellschaftlichen Geschlechterrollen, die sich je nach Kontext unterscheiden können.“
Den Lehrern empfiehlt sich in dieser Hinsicht also ein wachsames Auge. Von ihrer Beobachtung müssen sie dann nämlich auch ableiten, wie sie die Betroffenen ansprechen. Damit das „angemessen und respektvoll“ geschehe, biete sich eine „möglichst geschlechtsneutrale Sprache an“. Grundsätzlich sollte die „gewünschte persönliche Anrede“ unabhängig vom tatsächlichen Geschlecht abgefragt werden, „da diese nicht immer vom Geschlechtseintrag und vom Vornamen abgeleitet werden“. Bei Formularen, in denen das Geschlecht abgefragt wird, sollen außerdem alle vier Geschlechtsangaben berücksichtigt werden: männlich, weiblich, divers und ohne Angabe.
Die Toiletten-Frage ist eine „gesamtgesellschaftliche Herausforderung“
Das Handbuch soll dazu führen, dass sich alle Queeren im Schulalltag wohlfühlen – auch unter der Dusche oder in der Toilette. So heißt es im Text, nicht-binäre Personen stelle sich oftmals die Problematik, dass Toilettenanlagen in verschiedenen gesellschaftlichen Kontexten nur für zwei Geschlechter, Frauen und Männer, ausgewiesen seien. „Zudem kann die Situation auch für ‚binäre‘ trans- und gleichgeschlechtliche Menschen (mit weiblicher oder männlicher Geschlechtsidentität) belastend sein. Beispielsweise könnte eine transgeschlechtliche Person die Erfahrung machen, dass – je nach ihrem äußeren Erscheinungsbild – Irritationen entstehen, wenn sie die Damentoilette oder auch die Herrentoilette nutzt“, heißt es im Abschnitt zu Schultoiletten. Dies könne unter Umständen dazu führen, dass trans- und intergeschlechtliche sowie nicht-binäre Personen „möglichst wenig trinken und essen, um Toilettengänge im öffentlichen Raum zu vermeiden“. Damit auch jeder ganz diskriminierungsfrei sein Geschäft erledigen kann, sollen deshalb Unisex-Toiletten eingerichtet werden, zum Beispiel durch eine Änderung der Türbeschilderung.
Ganz geklärt scheint die Toiletten-Frage mit den Hinweisen des Ministeriums allerdings noch nicht. So heißt es im Text: „Bei der Frage, wie Toilettenanlagen auch unter Berücksichtigung geschlechtlicher Vielfalt diskriminierungsfrei gestaltet werden können, handelt es sich um eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, für die es keine Patentlösung gibt.“
Umkleideräume und Duschen sind „besonders sensible Räume“
Auch für den Schulsport, beziehungsweise eher gesagt für den Waschgang danach, sollen die Schulen möglichst einvernehmliche Lösungen finden, die „die Bedürfnisse aller berücksichtigen und der jeweiligen Spezifikationen des Einzelfalls Rechnung tragen“, so die Weisung. „Hierbei ist zu berücksichtigen, dass Umkleideräume und Waschräume bzw. Duschen besonders sensible Räume darstellen.“ Während bei der Waschthematik immerhin noch darauf hingewiesen wird, dass auch die nicht-queeren Kinder in die Entscheidungsfindung mit einbezogen werden sollen, wird das mögliche Unwohlsein anderer Schüler in der Toiletten-Frage allerdings gänzlich ausgeblendet.

Seite 43 der Broschüre
Anregung, „an bestimmten Tagen eine Regenbogenflagge an der Schule zu hissen“
Hinsichtlich der Regenbogen-Beflaggung werden die Schüler ebenso übergangen. Bei den weiteren Ideen, um die Akzeptanz für die Queeren zu erhöhen, schlägt das Ministerium vor: „Die Anregung an den Schulträger, auf Basis der Verwaltungsvorschrift zum Gesetz über das öffentliche Flaggen an bestimmten Tagen eine Regenbogenflagge an der Schule zu hissen.“
Als Grund, warum das Ministerium die neuen Handreichungen überhaupt herausgegeben hat, nennt das Ministerium auch anhaltende Diskriminierung und Gewalt gegen „LSBTIQ*“-Personen. Laut einer Befragung der EU-Grundrechteagentur FRA aus dem vergangenen Jahr gaben 57 Prozent der befragten queeren Personen aus Deutschland an, im Vorjahr Opfer von Belästigung geworden zu sein.
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