Hier erzählt SPD-Chef Klingbeil über seine Antifa-Vergangenheit
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Der SPD-Chef und die Antifa – das scheint eine Beziehung mit einer großen gemeinsamen Geschichte zu sein!
Lars Klingbeil war Juso-Chef (2003-2007), SPD-Generalsekretär (2017-2021) und ist seit dem 11. Dezember 2021 Vorsitzender der Kanzler-Partei SPD. In einer bemerkenswerten Interview-Szene erklärt Klingbeil seinen Weg an die Parteispitze: „Ich hab angefangen mit Politik, weil ich mich gegen Rechts eingesetzt habe … bei uns in der Antifa mit aktiv gewesen bin.“
Die 8-Sekunden-Sequenz stammt aus der ARD-Dokumentation „Die Notregierung – Ungeliebte Koalition“ aus dem Jahr 2019, die die Spannungen zwischen Union und SPD in der Großen Koalition beschreibt.
Aber Moment mal – der SPD-Parteichef war in der Antifa?! „Antifa“ ist die Kurzform von „Antifaschistische Aktion“ und der Sammelbegriff für eine Szene aus dem linksextremen Spektrum, die in kleinen Gruppen agiert und sich als großes Netzwerk versteht. 2020 waren 47 dieser Antifa-Gruppen in Deutschland im Visier des Verfassungsschutzes und wurden als „extremistische“ Beobachtungsfälle geführt, wie die Welt berichtet. Unter der Flagge der Namen der Antifa werden regelmäßig Polizisten und Andersdenkende attackiert.
Immerhin: Klingbeil ist nicht alleine mit seinem Antifa-Bekenntnis. Saskia Esken, Co-Chefin an der SPD-Spitze, twitterte im Juni 2020: „58 und Antifa. Selbstverständlich.“ Woraufhin der Account des SPD-Parteivorstands antwortete: „157 und Antifa. Selbstverständlich“. Die Zahlen 58 und 157 stehen in diesem Kontext für das Alter der Absender.
Klingbeils Nazi-Ansage an die AfD
Warum ploppt der Videoschnipsel gerade auf? Am Sonntagabend saß Klingbeil bei NTV in der Runde der Parteichefs und analysierte das Ergebnis der Europawahl. Sein Schlusswort: „Ich glaube auch, dass das Ergebnis der Europawahl viele Menschen noch mal wachrüttelt, dass die Nazis bei dieser Wahl stärker geworden sind. Ich glaube, da wachen viele auf, kämpfen auch für die Demokratie.“
Neben ihm saß AfD-Chefin Alice Weidel und fragte verdutzt: „Wen meinen Sie denn damit?“ Klingbeil: „Das wissen Sie, dass ich die AfD und Sie meine.“ Weidel wiederholt noch einmal: „Sie haben mich und die Partei gerade als Nazis bezeichnet.“ Klingbeil bekräftigt: „Ja.“

Weidel und Klingbeil bei ntv.
Das Antifa-Bekenntnis in Verbindung mit der Nazi-Ansage ist deshalb so spannend, weil Klingbeil hier seine politischen Wurzeln und eine tiefe Motivation offenbart: Der Kampf gegen Rechts, gegen Nazis, so gewaltsam wie die Antifa ihn führt – er gehört in die Biografie des SPD-Chefs und er scheint auf den linksextremen Ansatz auch noch stolz zu sein …
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