Jetzt amtlich! Faeser stürzt in Hessen ab
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- Seit fast 25 Jahren ist Hessen in CDU-Hand – nach heftigen Verlusten bei der Wahl vor fünf Jahren fangen sich die Christdemokraten wieder.
- Die Grünen als Koalitionspartner büßen ein.
- Die SPD um Spitzenkandidatin und Innenministerin Nancy Faeser erleidet eine Schlappe.
Hessens Ministerpräsident Boris Rhein zeigte sich am Sonntagabend nach dem Wahlsieg seiner Partei bestens gelaunt. Bei seinem Auftritt auf der CDU-Wahlparty im Landtag in Wiesbaden wird er von Parteikollegen und Anhängern frenetisch mit „Boris, Boris”-Rufen gefeiert. Als deutlicher Wahlsieger hat der 51-Jährige nun für die Suche nach einem Koalitionspartner eine hervorragende Ausgangslage.

34,4 Prozent der hessischen Wähler entschieden sich für die Unionspartei. Dahinter folgt die AfD mit 18,4 Prozent. Die SPD und Nancy Faeser müssen eine klare Niederlage einstecken. Sie kommen auf 15,2 Prozent und liegen nur knapp vor den Grünen, die 14,8 Prozent der Stimmen erhielten.
SPD-Spitzenkandidatin Nancy Faeser zeigte sich bei der SPD-Wahlparty vom Ergebnis ihrer Partei sehr enttäuscht. Als Grund für das schlechte Abschneiden nannte die 53-Jährige, dass sie mit landespolitischen Themen wie etwa Bildung im Wahlkampf nicht durchgedrungen sei.

Vor der Wahl hatte Faeser klargestellt, nur dann aus Berlin zurück in die Landespolitik zu wechseln, wenn sie Ministerpräsidentin wird. Die Schlappe der Sozialdemokraten macht das nun höchst unwahrscheinlich. Auch als Bundesinnenministerin könnte Faeser jetzt angezählt sein.

Betretene Gesichter auf der Wahlparty der SPD in Hessen.
Die AfD gewinnt deutlich hinzu und kommt auf 18,4 Prozent (2018: 13,1 Prozent). Die FDP zittert weiter um den Einzug in den Landtag. Die Freien Wähler schaffen es nicht, die Fünf-Prozent-Hürde zu überwinden.

In der ARD freut sich Alice Weidel über das starke Ergebnis der AfD. Die Bevölkerung sei unzufrieden mit der Verbotspolitik der Bundesregierung, meint die AfD-Bundessprecherin. Deshalb würden viele Menschen ihr Kreuz bei der AfD machen.
Drei Spitzenkandidaten mit Führungsanspruch
Seit knapp 25 Jahren wird Hessen von der CDU regiert, seit fast zehn Jahren gemeinsam mit den Grünen – meist recht harmonisch. Derzeit hat die Koalition eine Mehrheit von nur einem Mandat. Während CDU-Ministerpräsident Rhein (51) sein Amt verteidigen wollte, strebte Rheins Stellvertreter und Grünen-Spitzenkandidat Tarek Al-Wazir (52) an, zweiter Ministerpräsident seiner Partei zu werden – nach Winfried Kretschmann in Baden-Württemberg. Ziel von SPD-Spitzenkandidatin und Bundesinnenministerin Faeser (53) war es, die erste Frau an der Spitze der hessischen Landesregierung zu werden.
Rund 4,3 Millionen Wahlberechtigte waren in Hessen aufgerufen, ihre Kreuzchen zu machen, davon mehr als 107.000 Erstwählerinnen und -wähler. Insgesamt hat das Bundesland in der Mitte Deutschlands mehr als sechs Millionen Einwohner.
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