Kasse leer, teure Hauptstadt-Pläne: CDU-Schneeballschlacht über den Dächern von Warschau
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Sparen ist derzeit dem Bürger vorbehalten. Mitten in der schwersten Finanzkrise der deutschen Nachkriegsgeschichte reist die Berliner Abgeordnetenhaus-Fraktion der CDU nach Polen, um gemeinsam über neue Wolkenkratzer in Berlin nachzudenken – und kommt mit großen, nicht ganz so taufrischen Investitionsplänen im Gepäck zurück.
Das mitgebrachte Beschlusspapier trägt den poetischen Titel „Radikal vertikal – Hochhäuser als Leuchttürme der Stadtentwicklung“. Um dies zu erarbeiten, hat sich die Abgeordnetenhaus-Fraktion der CDU Berlin am vergangenen Wochenende zur Klausurtagung nicht etwa in Berlin, sondern in Polen, genauer gesagt in Warschau, zusammengefunden.

Die Fraktion der CDU Berlin in Warschau
Berlin soll Chicago werden
Wer einmal in der deutschen Hauptstadt gewesen ist, weiß, die Berliner Innenstadt ist bereits recht voll bebaut. Für die CDU ist das aber kein Hindernis. Neben der kürzlich vorgeschlagenen Magnetschwebebahnstrecke, gedenkt die CDU einen Hochhausentwicklungsplan zu erarbeiten.
Über den beschaulichen Alexanderplatz und die sogenannte City West hinaus, sollen künftig weitere Knotenpunkte am Berliner S-Bahnring in den Genuss gigantischer Hochhäuser kommen und Berlin in das europäische Chicago verwandeln. Da trifft es sich gut, dass die organisierte Kriminalität bereits vorhanden ist. Und wer der Berliner Al Capone wird, müssen letztlich Issa Remmo und Arafat Abou-Chaker unter sich klären.
Auseinandersetzung per Schneeballschlacht
Um sich für die großen Visionen inspirieren zu lassen, wurden Gespräche mit dem Berliner Architekten Christoph Langhof und dem Architekturbüro Foster + Partner geführt und der vor gut einem Jahr fertiggestellte Varso-Tower in Warschau inspiziert.
Dabei kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen den Abgeordneten Christopher Förster und seinem CDU-Kollegen Alexander Herrmann über die „Standfestigkeit solcher beeindruckenden Konstruktionen auch unter Extrembelastungen“, die dank des frisch gefallenen Schnees und kindlicher Freude mit einer Schneeballschlacht über den Dächern Warschaus ausgetragen wurde. Laut Förster, werden „die gewonnenen Erkenntnisse des Belastungstests in den Hochhausentwicklungsplan einfließen.“

Der Varso Tower im Warschauer Stadtbezirk Wola. Als Architekten sind Foster + Partners verantwortlich.
Alte Gerichte mit neuer Rezeptur
Neben den Beschlusspapieren brachte die CDU auch zwei ausgearbeitete, allerdings nicht ganz so neue Ankündigungen mit. So möchte Kai Wegners CDU den Bürgerentscheid zur Randbebauung vom Tempelhofer Feld zum 10-jährigen Jubiläum neu auflegen. Auch die Idee, mehr Hochhäuser zu bauen, findet sich im Beschlusspapier wieder, sie musste lediglich ein bisschen entstaubt werden.
Die Bereitschaft, am S-Bahn-Ring zu bauen, scheint dagegen eine erfreuliche Entwicklung zu sein. Die kommt aber auch nicht ganz unerwartet nach dem Baubeginn des neuen Estrel Towers, der mit seinen 176 Metern das höchste Haus Berlins werden soll – so denn die geplante Fertigstellung im Jahr 2025 gelingt.
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