Klima-Offensive: 83 Millionen Euro Entwicklungshilfe für falsch gepflanzte Bäume in Afrika
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Ist das Aufforsten von Bäumen ein Patentrezept gegen Klimawandel und Naturverlust? Das Bundesentwicklungsministerium dachte: ja! – und finanzierte umfassende Aufforstungsprogramme für große Flächen in Afrika. Kosten: 83 Millionen Euro.
Jetzt schlagen drei Wissenschaftlerinnen Alarm, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Die deutsche Klima-Aufforstung in Afrika schade mehr, als dass sie nutze. Es ist ein bizarrer Streit um deutsche Bäume in Afrika ...
Ein „besonders krasses Beispiel falsch verstandenen Klimaschutzes“
Die Tropenökologin Kate Parr von der University of Liverpool hat zusammen mit zwei Kolleginnen im Wissenschaftsjournal Science Projekte der sogenannten AFR-100-Initiative analysiert, mit der mehr als 100 Millionen Hektar Land in Afrika wieder aufgeforstet werden sollen. Die Forscherinnen nennen das Vorzeigeprojekt des Bundesentwicklungsministeriums unter der Leitung von Svenja Schulze (SPD) ein „besonders krasses Beispiel falsch verstandenen Klimaschutzes“.

Die Tropenökologin Kate Parr
Die Argumente der Tropenökologin:
- Durch Baumpflanzungsprogramme sollen in Afrika zerstörte Ökosysteme wiederhergestellt werden – das Gegenteil wurde erreicht. Es wurden im großen Maßstab Bäume gepflanzt, wo sie nicht hingehören, nämlich in Savanne und Graslandschaften. Statt Klima und Natur zu schützen, würden so wertvolle Ökosysteme zerstört.
- Das Anpflanzen von Bäumen in Lebensräumen wie Savannen und Grasland bedeutet: mehr Schatten auf großen Flächen. Dadurch gehe der Lebensraum für viele lichtliebende Pflanzen verloren – und mit ihm eine unglaubliche Flora von nur dort vorkommenden Arten. Mit ihnen wiederum verschwinden die typischen Insekten und dann auch die Vögel. Die Umwandlung der Gebiete trifft auch die Savannen Afrikas mit so charakteristischen Arten wie Gnus, Löwen und Nashörner.

Svenja Schulze (SPD) ist als Entwicklungsministerin für die Baumpflanzungen verantwortlich.
Was sagt das Bundesentwicklungsministerium? Laut Süddeutscher Zeitung räumte ein Sprecher ein, dass die Umsetzung einer ökologisch und an den Bedürfnissen der Menschen ausgerichteten Renaturierung eine Herausforderung sei. Es gebe aber ein regelmäßiges Monitoring und eine wissenschaftliche Begleitforschung, um mögliche Risiken zu minimieren.
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