Gleiche Gäste, gleiche Themen, keine Unterschiede: ARD-Talkshows werden intern zum Prüffall
Ein Beitrag von
Ob „Maischberger“, „Anne Will“ oder „Hart aber Fair“: Die Talkshows der ARD ähneln sich alle sehr. Jetzt fordert die Gremienvorsitzendenkonferenz (GVK) der ARD, die Formate auf den Prüfstand zu stellen.
Das berichtet die Süddeutsche Zeitung und bezieht sich auf ein Papier, welches der Redaktion vorliegt. Darin übt die GVK – die leitende Kontrollinstanz aller Landesanstalten von NDR bis SR – scharfe Kritik an den Formaten.

Die Talkshow von Sandra Maischberger.
Darin heißt es, die GVK bitte den ARD-Vorsitzenden Kai Gniffke und die ARD-Programmdirektorin Christine Strobl „mit Blick auf die Ende 2023 auslaufenden Verträge der Polit-Talks im Ersten um zeitnahe Information und beratende Einbeziehung hinsichtlich einer künftigen crossmedialen Gesamtkonzeption“. Heißt im Klartext: Es soll ein Konzept her, wie die Shows für die Zukunft fit gemacht werden können. Laut SZ sollen bereits im April gewisse „Erwartungen“ formuliert worden sein.
Aus ihnen ist deutliche Kritik herauszulesen. So bemängelt das Gremium etwa, dass in den Talkshows kaum Unterschiede zu erkennen seien – weder in den Gästen, noch in den Themen. „Es genügt nicht, sich nur durch unterschiedliche Moderatoren-Persönlichkeiten zu unterscheiden“, heißt es.
Zu einheitlich, auch bei den Gästen
Laut dem Magazin Meedia waren im vergangenen Jahr CDU-Politiker Norbert Röttgen, der WELT-Journalist Robin Alexander und der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil am häufigsten in den größten ARD-Talkshows zu sehen.

Caren Miosga übernimmt zum Ende des Jahres den Sendeplatz von Anne Will.
Nicht nur die Gäste wiederholen sich. Auch die Themen ähneln sich häufig, so die Kritik in dem Papier. Demnach seien 2022 insgesamt 46 Mal der Krieg in der Ukraine, 19 Mal die Energiekrise und elf Mal Corona besprochen worden.
Deshalb will laut SZ die GVK nun eine Diskussion über die redaktionelle Endverantwortung führen. Die meisten Talkshows, wie etwa „Hart aber fair“, werden von externen Produktionsfirmen hergestellt. Die Sender betreuen lediglich die Inhalte, sind dennoch verantwortlich.
ARD will digitaler und jünger werden
Wie die SZ berichtet, habe die ARD den Plan, die Talkshows mehr für ein jüngeres Publikum zu öffnen. Mit dem 33 Jahre alten Luis Klamroth solle das gelingen. Auch eine crossmediale Verwertung und digitalere Präsenz sei in Planung.
Mitte September trifft sich die GVK in Frankfurt, um mit Programmverantwortlichen der ARD über die Talkshows zu diskutieren. Von der ARD heißt es dazu laut SZ: „Wir sind uns einig im Ziel, vielfältige Foren für einen pluralen und kontroversen Austausch zu den Themen unserer Zeit zu bieten.“
Lesen Sie auch: Debatte um ARD und ZDF: Könnte man den öffentlichen Rundfunk abschaffen?
Mehr NIUS:
Medienbericht: Ministerpräsident Voigt soll Holocaust-Gedenkrede mit KI geschrieben haben
Ein Nachmittag der Absurditäten: NIUS undercover beim Würmer-Parlament
Grüne verhandeln umstrittene Parteireform: Zu viel Macht für Funktionäre?
Die Schlacht der langen Männer
Wie Al Gores apokalyptische Doku die Welt in die Klima-Angst hypnotisierte
Weil er sich in einer ZDF-Doku kritisch äußerte: Bremen feuert Jobcenter-Mitarbeiter Fred Göcken
Sogar von Grünen kommt Kritik: Aufstand gegen NIUS-Zensur bei der BVG
Die wahre Putin-Partei ist die SPD
Mehr NIUS:
Die Schlacht der langen Männer
Wie Al Gores apokalyptische Doku die Welt in die Klima-Angst hypnotisierte
Weil er sich in einer ZDF-Doku kritisch äußerte: Bremen feuert Jobcenter-Mitarbeiter Fred Göcken
Sogar von Grünen kommt Kritik: Aufstand gegen NIUS-Zensur bei der BVG
Die wahre Putin-Partei ist die SPD
Warum die Politik den Majestätsbeleidigungsparagraphen gar nicht abschaffen will
CSU blamiert sich mit „Frohnleichnahm“-Doppelfehler: Krah wurde Fake vorgeworfen, doch er hatte recht
CDU sagt Präsidiumsklausur in Sachsen-Anhalt ab
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare