„Labert der AfD’ler gerade Quatsch, trifft er uns und braucht danach Zahnersatz“: SPD-Politiker ruft mit Rap zu Gewalt gegen Rechte auf
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Ein SPD-Nachwuchspolitiker in Rheinland-Pfalz veröffentlicht im Internet einen Rap-Song, in dem er politischen Gegnern offen mit Gewalt droht: AfD-Politikern sollen die Zähne herausgeschlagen werden. Was sagt die SPD dazu? Und was Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), die den 23-Jährigen kürzlich in die Staatskanzlei einlud?
Das gesellschaftliche Klima im Land wird hitziger: Immer wieder kommt es zu feigen Übergriffen auf Politiker. Zuletzt wurde ein AfD-Politiker in Mannheim mit einem Teppichmesser attackiert. Jüngste Zahlen des Bundeskriminalamtes beweisen, dass der Großteil der Übergriffe auf Politiker auf das Konto von linken Gewalttätern geht. In der medialen Debatte wird dieser Fakt jedoch meist ausgeblendet. Auch offene Gewaltandrohungen von linker Seite werden kaum thematisiert.
„Stoppt Faschos, wenn es sein muss, gewaltsam“
NIUS liegt nun das Musikvideo eines SPD-Lokalpolitikers aus Rheinland-Pfalz vor, in dem dieser vor einer Antifa-Flagge offen mit Gewalt droht. „Stoppt Faschos, wenn es sein muss, gewaltsam“, heißt es an einer Stelle des Rap-Songs, der auf die Melodie von Gigi D’Agostinos Hit „L’Amour toujours“ geschrieben wurde. AfD-Politikern will der junge Mann die Zähne herausschlagen: „Labert der AfD’ler gerade Quatsch, trifft er uns und braucht danach Zahnersatz.“ Im Refrain rappt der Antifa-Aktivist: „Nazis aufs Maul, Nazis aufs Maul, Refugees welcome, Nazis aufs Maul!“
Am Sonntag tritt der Nachwuchspolitiker zur Kommunalwahl an
Die im Video sich hinter einer Sturmmaske verbergende Person ist Robin Dautermann. Der 23-Jährige ist der stellvertretende Vorsitzende der Jusos in Rhein-Selz, eine kleine Gemeinde südlich von Mainz. Am Sonntag tritt der Student der Erziehungswissenschaften für die SPD auf Listenplatz 19 zur rheinland-pfälzischen Kommunalwahl für den Verbandsgemeinderat an. Als Beisitzer ist er auch im Vorstand des Ortsverbandes der SPD Nierstein und Schwabsburg aktiv.

Am Sonntag tritt Dautermann als Kandidat der SPD zur Wahl an.
In seiner Freizeit veröffentlicht er Musik unter dem Alias „MC Gingaa“. Seinen Song „Nazis aufs Maul“ hat er jedoch mittlerweile aus den sozialen Netzwerken gelöscht. Auf seinem TikTok-Kanal findet sich noch eine Kurzfassung des Liedes. In einem ebenfalls gelöschten Video gab Dautermann einen Freestyle zum Besten, in dem er erneut Gewalt befürwortete: „Auf Sylt singen Nazi-Bonzen ‚Ausländer raus‘, doch der einzig wahre Text dazu, heißt ‚Nazis aufs Maul‘.“
Die Videos des 23-Jährigen werfen Fragen auf: Ist Gewalt gegen politische Gegner in der SPD als legitimes Mittel akzeptiert? Trägt man am Ende mit solchen Veröffentlichungen eine Mitschuld an den Übergriffen auf Politiker anderer Parteien?
Was sagt Malu Dreyer?
In einer Pressemitteilung nach dem Angriff auf den SPD-Europakandidaten Matthias Ecke hatte die SPD Rheinland-Pfalz am 4. Mai geschrieben: „Das Einschüchtern von Demokratinnen und Demokraten durch Schlägertrupps ist ein Mittel von Rechten und Faschisten. Gerade auch Parteien wie die AfD tragen dafür Verantwortung, dass das gesellschaftliche und politische Klima immer rauer und gewaltsamer wird.“
Nun fordert ein Mitglied von ihnen offen zur Gewalt gegen die AfD auf. Wie steht der Landesverband dazu? Auf eine entsprechende Nachfrage erhielt NIUS keine Antwort. Ob es Konsequenzen für die Gewaltphantasien geben wird, ist unklar.
Am 23. März lud Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) ihren Genossen Robin Dautermann als Teil einer Delegation in die Staatskanzlei ein. „Das Büro der Ministerpräsidentin ist echt schön, könnt ich mich dran gewöhnen“, schrieb Dautermann auf seiner Instagram-Seite. Wie bewertet die Ministerpräsidentin die Gewaltphantasien und die Antifa-Verherrlichungen?

Dautermann besuchte Malu Dreyer in der Staatskanzlei. (Quelle: Instagram Robin Dautermann)
„Für Ministerpräsidentin Malu Dreyer ist Gewalt kein Mittel der politischen Auseinandersetzung und durch nichts gerechtfertigt“, antwortet die Staatskanzlei auf Nachfrage von NIUS. „Sie verurteilt Angriffe auf Politikerinnen und Politiker aufs Schärfste. Umso wichtiger ist, dass Demokraten jetzt zusammenstehen und die Demokratie stärken.“
Was aber hat es mit dem Besuch von Dautermann auf sich? „Die Ministerpräsidentin lädt jedes Jahr Bürgerinnen und Bürger, die sich durch ihr besonderes Engagement im ehrenamtlichen Bereich auszeichnen, zu einem Empfang in die Staatskanzlei ein. In diesem Jahr fand der Bürgerempfang mit über 300 Gästen am 23. März statt und richtete sich vor allem an ehrenamtlich engagierte junge Menschen. Herr Dautermann war Mitglied einer Delegation. Die Staatskanzlei steht an diesem Tag den eingeladenen Gästen zur Besichtigung offen. So können die Gäste auch das Büro der Ministerpräsidentin besichtigen und hier Fotos machen. Davon hat Herr Dautermann Gebrauch gemacht.“
Auch der linke Influencer Maurice Conrad gehört zum Bekanntenkreis
Als Rapper „MC Gingaa“ gibt es auch Kontakte ins linksradikale Influencer-Milieu. Am 1. Juni gab es etwa in einem Gemeindehaus einen gemeinsamen Auftritt mit dem bekannten „Fridays for Future“-Aktivisten Maurice Conrad, der genau wie Dautermann in Mainz geboren wurde und auch als Rapper aktiv ist. Unterstützt wurde das Event von der AWO und der SPD.

Ankündigung einer Veranstaltung mit Maurice Conrad.
Conrad warnt beständig vor einer „Normalisierung des Faschismus“ durch die AfD, „der ganz real die Existenzen von queeren und migrantischen Menschen bedroht“. Auf X empörte sich der 24-Jährige kürzlich: „Wie völlig offen die AfD und ihr Vorfeld grade DAGEGEN agitieren, dass Demokraten gegen Gewalt demonstrieren, hat selbst mich überrascht. Ja, die Angriffe sind letztlich die Früchte ihrer Strategie. Aber dass die Masken so schnell fallen würden? Das macht Angst.“
Nicht zur Sprache kommt bei ihm die Tatsache, dass AfD-Politiker mit deutlichem Abstand am häufigsten angegriffen werden. Wer trägt hierfür die Verantwortung? Sind es ihm bekannte Personen wie Robin Dautermann, die AfD-Mitgliedern ganz offen damit drohen, die Zähne herauszuschlagen?
NIUS sprach auch mit dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der AfD im Bundestag, Sebastian Münzenmaier, über das Rap-Video des jungen SPD-Politikers. Münzenmaier ist zugleich Vorsitzender des AfD-Kreisverbandes Mainz. „Hassparolen und asoziale Gewaltaufrufe sind bei den Jusos in Rheinland-Pfalz offenbar mittlerweile Normalität“, sagt der 34-Jährige zu NIUS. „Die Verbindungen zur kriminellen Antifa werden nicht mehr geleugnet, sondern offen zur Schau gestellt. Die SPD in Rheinland-Pfalz steckt bis zum Hals im Sumpf des gewaltbereiten Linksextremismus.“
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