Landkreis in Schleswig-Holstein: Von 751 ausreisepflichtigen Asylbewerbern verließen nur 48 das Land
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Gerade einmal 48 von 751 ausreisepflichtigen Asylbewerbern im Kreis Rendsburg-Eckernförde haben 2023 das Land verlassen. Wie die Kieler Nachrichten (KN) berichten, hat das erschreckende Gründe.
703 von 751 eigentlich ausreisepflichtigen Asylbewerbern blieben laut KN im Land, da sie entweder eine Duldung hatten (415), sich in Ausbildung befanden oder ihr Verfahren beim BAMF noch lief (144), oder nicht reisefähig waren/ keinen Pass hatten/unbegleitete Minderjährige waren (190).
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Im vergangenen Jahr leitete der Kreis laut KN 30 Verfahren ein, von denen nur elf abgeschlossen wurden. „Die Planung und Umsetzung von Rückführungsmaßnahmen bindet in einem erheblichen Umfang auch personelle und zeitliche Ressourcen, nicht nur bei der Kreisverwaltung, sondern ebenfalls bei den Landes- und Vollzugsbehörden“, zitiert das Lokalblatt einen Bericht der Zuwanderungsbehörde.
Für die Bearbeitung der 30 Fälle seien allein im Kreishaus rund 500 Arbeitsstunden zusammengekommen.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF).
Asylbewerber randalierte in Flugzeug
Ein besonders extremes Beispiel aus dem Jahr 2023, das die KN schildern, zeigt, wie schwer es ist, Menschen abzuschieben, wenn diese sich weigern, freiwillig zu gehen. So sollte ein Mann, der in Eckernförde untergebracht war, auf Basis des Dublin-Abkommens nach Spanien überstellt werden. Die Bearbeitung dauerte von Juli bis August, ein Amtshilfeersuchen wurde beim Landesamt für Zuwanderung gestellt, medizinische Unterlagen geprüft sowie beim Sozialamt in Erfahrung gebracht, wo und mit wem der Betroffene zusammenlebt.

Migranten kommen in einem Boot im Hafen von La Restinga auf der kanarischen Insel El Hierro an. Laut Dubliner Abkommen müssen sie ihren Asylantrag in dem Mitgliedstaat stellen, in den sie als erstes einreisen.
Allerdings trafen die Einsatzkräfte den Mann dann beim ersten Abschiebe-Versuch nicht an. Erst einen Monat später gelang es ihnen, ihn aufzugreifen und zum Flughafen nach Frankfurt am Main zu bringen. Da der Mann im Flugzeug allerdings erheblichen Widerstand leistete und der Pilot sich weigerte, zu starten, scheiterte der Abschiebe-Versuch insgesamt dreimal.

Weil der ausreisepflichtige Asylbewerber randalierte, wollte der Pilot nicht starten.
Der Mann wurde schließlich in Gewahrsam genommen und saß einen Monat in Haft, bevor es schließlich gelang, ihn nach Spanien zu bringen.
Die Abschiebehaft des renitenten Mannes kostete den Kreis insgesamt 15.000 Euro. Laut KN setzt der aufgrund dieser Erfahrung nun auf freiwillige Ausreisen. Menschen, die nach Hause zurückkehren, erhalten Hilfe bei der Reintegration in ihr Heimatland, auch die Flüge werden für sie bezahlt.
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