Lang geht mit Sexismus-Vorwurf auf Merz los: „Willkommen im 21. Jahrhundert!“
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Kaum hat Noch-Grünen-Chefin Ricarda Lang ihren Rücktritt verkündet, schaltet sie in den Angriffsmodus.
Erst warnt sie vor einem „Bündnis Robert Habeck“, also einer ganz auf Habeck zugeschnittenen grünen Partei („Ich glaube, das wäre der falsche Weg.“), dann greift sie CDU-Chef Friedrich Merz mit einem Sexismus-Vorwurf frontal an.
„Willkommen im 21. Jahrhundert!“, blafft sie dem 38 Jahre älteren Politiker auf X entgegen. Merz müsse sich um ihr Selbstbewusstsein keine Gedanken machen, etwa wenn sie in ein Taxi steigt. Lang in Richtung Merz: „Und auch wenn es Sie überraschen mag: Frauen können sich ganz gut Respekt verschaffen.“
Botschaft: Ein alter Mann traut jungen Frauen wohl nichts zu – das ist purer Sexismus!
Was war geschehen?
Merz war zum Interview bei Bild, wurde von Chefredakteurin Marion Horn nach eine Szene von Ricarda Langs Hochzeit vor wenigen Wochen in Berlin gefragt: „Die Ricarda Lang ist nach ihrer Hochzeit in ein Taxi gestiegen, wo der Taxi-Fahrer – Sie werden das Foto sicher kennen – so einen Pali-Turban aufhatte. Wären Sie da auch eingestiegen?“, fragte Horn.
Merz’ Antwort: „Als Mann wahrscheinlich ja, als Frau wahrscheinlich nicht.“

Taxi-Abfahrt nach Ricarda Langs Hochzeit
„Wieso dieser Unterschied?“, hakte Horn nach – Merz: „Na ja, weil ich als Mann vielleicht ein anderes Selbstbewusstsein habe, aber auch vielleicht einen anderen Respekt in Anspruch nehmen kann. Die Art und Weise, wie Frauen da von Taxi-Fahrern teilweise behandelt werden, ist inakzeptabel.“
Worauf Horn offenbar eigentlich hinauswollte: die Kufiya, ein zum Turban gebundenes Palästinensertuch, das der Taxi-Fahrer trug. Ein eindeutig pro-palästinensisches Erkennungszeichen. Merz’ Aussage bezog sich wohl eher auf Übergriffe und Belästigungen von Taxi- und Uber-Fahrern, die gerade aus Berlin immer wieder überliefert werden.
Ricarda Lang reagierte auf das Interview auf X und hielt fest: „Und zu meinen Erfahrungen, der Taxi-Fahrer war freundlich, es gibt keinen Grund dafür, dass er öffentlich an den Pranger gestellt wurde.“
Im Netz entbrennt nun eine Rassismus-Debatte
Aus Langs Sexismus-Revanche ist im Netz inzwischen eine Rassismus-Debatte geworden. Wie komme Merz dazu, einem ausländisch aussehenden Taxi-Fahrer mangelnden Respekt gegenüber Frauen zu unterstellen? „In einem einzigen O-Ton gleichzeitig Immigranten und Frauen zu diskriminieren und beleidigen“, schreibt etwa die London-Korrespondentin der ARD, Annette Dittert.
Grünen-Zurücktreterin Renate Künast kommentiert: „Männer haben mehr Selbstbewusstsein als Frauen!? Was erzählt Merz da? Und haben sich schon die Taxi-Fahrer zu der Unterstellung gegen sie geäußert? Er kann nicht Kanzler.“
Fakt ist jedoch: Bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmtheit und Belästigungen sind Männer aus muslimisch geprägten Herkunftsländern in der Polizeistatistik tatsächlich sehr stark überrepräsentiert.
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