Linkenpolitiker Ferat Koçak schwadroniert in Islam-Rede von Leberwurst-Hausmeisterin Elfriede – und stellt CDU in Zusammenhang mit dem NSU
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Mit einem direkten Vergleich hat der Linken-Abgeordnete Ferat Koçak in einer Bundestagsrede die Rhetorik der CDU in die Nähe rechtsextremer Gewalt gerückt und die Union mit dem NSU in Verbindung gebracht. „Mit Ihrer Hetze sorgen Sie dafür, dass es noch schlimmer wird. Ihre Worte werden draußen in Gewalt umgesetzt. Wie in Mölln, in Hanau oder durch den NSU“, sagte Koçak am Donnerstag im Plenum wörtlich. Die Passage, in der er die Regierungspolitik als Brandbeschleuniger für Anschläge darstellt, bildete den Höhepunkt einer ansonsten schräg anmutenden Rede zum Thema Islam und Integration. Die Rede war Teil der Aussprache zu dem Antrag „Vielfältiges muslimisches Leben in Deutschland fördern“ der Grünen.
Koçak, der in Westberlin geboren wurde und aus einer kurdisch-alewitischen Familie stammt, begann seine Rede mit einer Erzählung aus seiner Familiengeschichte: „Als sie in den 70ern nach Berlin kamen, suchten sie nichts weiter als ein Zuhause. Und sie fanden mehr als das. Sie fanden Elfriede. Elfriede war Hausmeisterin in dem Haus, in dem wir später leben sollten. Kurz zuvor hatte sie ihre einzige Angehörige, ihre Tochter, verloren. In meiner Mutter fand sie eine zweite Tochter.“ Seine Familie habe hart gearbeitet, die Großmutter habe sich um alle gekümmert – und Elfriede sei für ihn da gewesen: „Sie hat mich von der Schule abgeholt. Sie hat mit mir Deutsch gelernt. Sie hat mir Geschichten erzählt. Geschichten vom Krieg, von Zerstörung, von der Vernichtung von Jüdinnen.“
Ausführlich schilderte Koçak die gemeinsame Zeit in der kleinen Küche: „Wir saßen in ihrer kleinen Küche. Sie machte mir Leberwurststullen. Meine Eltern wussten damals nicht einmal, was das ist.“ Elfriede, gläubige Christin, habe ihn sogar in die Kirche mitgenommen. „Zusammen haben wir Weihnachten gefeiert, Zuckerfest, Ostern, Newroz.“ Beim Zuckerfest, auch Eid al-Fitr genannt, handelt es sich um das Ende des Fastenmonats Ramadan, Newroz beschreibt das kurdische Neujahrsfest. „Als Elfriede gestorben ist, habe ich nicht nur eine Nachbarin verloren, sondern ein Familienmitglied.“
Aus dieser persönlichen Erfahrung leitete Koçak eine Botschaft ab, die er als zentral für das heutige Deutschland darstellte: „Ich habe von ihr etwas gelernt, das heute wichtiger ist denn je. Es ist egal, ob wir an Jesus, Mohammed, Moses oder Tausi Melek glauben, ob wir an Gott, Allah oder Adonai glauben oder ob wir nicht gläubig sind. Entscheidend ist, ob wir füreinander da sind und einander respektieren.“

Ob mit migrantischem Pigeon-Deutsch oder mit migrationsextremistischen Äußerungen: Ferat Koçak sorgt immer wieder für Irritationen.
Dann schlägt der Ton jedoch um. Koçak attackierte die Bundesregierung scharf: „Doch Respekt ist für diese Bundesregierung ein Fremdwort. Ihnen geht es nicht um Menschen, Ihnen geht es um Schlagzeilen.“ Er warf ihr vor, muslimisch gelesene Menschen unter Generalverdacht zu stellen – „Menschen, die so aussehen wie ich, die nicht ins Stadtbild von Herrn Merz passen.“ Die Folgen seien real: „Frauen wird auf offener Straße ihr Kopftuch weggerissen. Moscheegemeinden erhalten Drohbriefe. Von 2022 zu 2024 haben sich die Fälle von antimuslimischem Rassismus in Deutschland verdreifacht. 2024 waren es sogar acht Vorfälle pro Tag.“
Elfriede würde sich für die CDU schämen
Mit deutlichen Worten verband Koçak die Rhetorik der Union mit historischer Gewalt: „Mit Ihrer Hetze sorgen Sie dafür, dass es noch schlimmer wird. Ihre Worte werden draußen in Gewalt umgesetzt. Wie in Mölln, in Hanau oder durch den NSU.“ Selbst die verstorbene Elfriede würde sich schämen, so Koçak: „Wenn Elfriede heute noch leben würde, sie würde sich als gläubige Christin schämen für eine Partei, die christlich in ihrem Namen trägt, aber von Nächstenliebe und Barmherzigkeit nichts wissen will.“
Statt echte Probleme anzugehen, lenke die Regierung ab, kritisierte er weiter: „Statt sich um die echten Probleme der Menschen zu kümmern, zeigen Sie mit dem Finger auf andere, reden permanent von kriminellen Ausländern. Wissen Sie, was wirklich kriminell ist? Kriminell ist, dass Rentnerinnen, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben, Flaschen sammeln müssen, weil das Geld am Ende des Monats nicht ausreicht. Kriminell ist, dass die Hälfte der Eltern, die Grundsicherung empfangen, am Ende des Monats für ihre Kinder auf Essen verzichten.“ Der Schlussappell: „Aber die Menschen draußen haben das längst durchschaut. Unser Zusammenhalt ist stärker als Ihr Hass.“
Koçak fällt nicht zum ersten Mal mit kruden Äußerungen zum Thema Rassismus und Zuwanderung auf. Bereits in der Vergangenheit irritierte er immer wieder mit Statements und Auftritten, unter anderem als er in einem Anti-AfD-Rap tanzte, in dem es hieß „Wir lassen Faschos brennen“, oder als er einen Song von Rapper Haftbefehl coverte, der Drogenhandel thematisiert. Auch mit seinen Aussagen zu Vornamenstatistiken bei Silvester-Festnahmen – er behauptete, viele „Alis“ und „Mohameds“ seien eigentlich deutsche Kinder, die nach Muhammad Ali benannt wurden, und nannte die NIUS-Berichterstattung „antimuslimischen Rassismus“ – löste er breite Kritik aus. In einem Video vom Oktober 2025 sprach er in stark umgangssprachlichem „Kanak-Slang“ mit Füllwörtern wie „vallah billah“ über ein AfD-Verbot.
Koçak hatte bei der Bundestagswahl im Februar 2025 den Bezirk Neukölln direkt gewonnen, mit 30,0 Prozent der Erststimmen (43.413 Stimmen). Er setzte sich damit klar gegen die CDU-Kandidatin Ottilie Klein (19,7 Prozent) und den bisherigen SPD-Abgeordneten Hakan Demir (18,8 Prozent) durch, was als ein historischer Erfolg für die Linke in Westdeutschland gewertet wurde. Für viele Beobachter gilt der Sieg jedoch als Beleg für ethnische Wahlmuster: Neukölln zählt zu den migrantischsten Bezirken Deutschlands überhaupt. Koçak selbst sieht sich als Stimme der „arbeitenden Menschen“ – und der Zuwanderer.
Auch bei NIUS: „Faschos im Parlament, baba Widerstand“ – Linken-Abgeordneter Ferat Koçak covert Drogenhandel-Song von „Haftbefehl“
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