Macht Ministerin Doro Bär Schleichwerbung auf ihrem Instagram-Account?
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Es war das Gesprächsthema der Woche: CSU-Ministerin Dorothee Bär kommt in Tracht ins Kanzleramt zur Kabinettssitzung. Der Anlass: Ihr Ministerium für Forschung, Technik und Raumfahrt eröffnete am Mittwoch, dem 3. September, sein eigenes Oktoberfest. Laut einer Sprecherin sei Bär direkt von der Kabinettssitzung zur Feier gefahren.
Die 47-Jährige ist bekannt für auffällige Auftritte und modische Stilbrüche: 2015 erschien sie im FC-Bayern-Trikot im Bundestag, 2019 trug sie beim Computerspielpreis ein Outfit der Designerin Marina Hoermanseder. Auf Social Media inszeniert sich die Ministerin ebenfalls gern. Unter ihren 64.200 Instagram-Followern finden sich Politiker, Mode-Labels und Designerinnen – und dort fällt auf, dass Bär auffällig häufig bestimmte Marken präsentiert.

Oktoberfest-Stimmung bei der Kabinettssitzung: Die Ministerin im Marken-Dirndl von „Astrid Söll“.
Zwei Labels fallen auf: „Astrid Söll“ und „Labeka“
Besonders oft dabei: die Regensburger Dirndl-Designerin Astrid Söll. Mehrfach trug Bär ihre Kreationen bei offiziellen Anlässen wie dem traditionellen Nockherberg. Söll lud sogar ein Foto der Ministerin hoch – mit der Unterschrift: „Liebe @dorobaer du siehst einfach bezaubernd aus!! Ganz viel Freude auf dem @nockherberg.“

Astrid Söll bescheinigt: „Liebe @dorobaer du siehst einfach bezaubernd aus!!“
Manchmal zeigt sich Bär sogar gemeinsam mit der Designerin.

Im Partnerlook: Dorothee Bär an der Seite von Designerin Astrid Söll beim Oktoberfest.

Der Partnerlook ist kein Einzelfall: Ein weiteres Foto von Bär mit der Designerin beim Oktoberfest.
Ein weiteres Label, das sich durch Bärs Auftritte zieht, ist Labeka aus Bamberg, ihrer Heimatstadt. Die Taschenmarke von Designerin Kathrin Rößner taucht gleich in mehreren Instagram-Posts auf, etwa beim Rom-Trip:

Beide Marken kommentieren fleißig bei der Ministerin – sogar „per Du“.

Stilbewusstsein oder Kooperation?
Die Ministerin präsentiert also wiederholt bestimmte Marken – ohne dass diese Posts als Werbung gekennzeichnet wären. Handelt es sich um reine Sympathiebekundungen oder um nicht deklarierte Kooperationen? Wir haben beim Ministerium nachgefragt, ob eine geschäftliche Zusammenarbeit besteht. Das Ministerium konnte die um 12 Uhr gestellte Anfrage bis zum Ablauf der Frist nicht beantworten. Sobald eine Antwort vorliegt, wird sie hier ergänzt.
Auffällig: Wann immer Bär scheinbar zufällig ein Produkt präsentiert – zum Beispiel der Marke Labeka – erhält sie ungefähr doppelt so viele Likes wie auf normale Posts. Das könnte etwa dadurch erklärbar sein, dass Drittfirmen diese Beiträge mit Werbebudget boosten, um so von der Werbewirksamkeit der Ministerin zu profitieren.
Die Frage bleibt: Ist Dorothee Bär schlicht eine stilbewusste Netzwerkerin – oder nutzt sie ihr öffentliches Amt auch, um Marken wie Astrid Söll und Labeka zu promoten?
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