Marine-Admiral: „Deutschland trägt Mitschuld an illegalen Flüchtlingsströmen“
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Der italienische Marineadmiral Nicola de Felice hat scharfe Kritik an Deutschland im Zusammenhang mit der anhaltenden Flüchtlingskrise geübt. „Je mehr NGO-Schiffe vor der libyschen Küste unterwegs sind, desto mehr Tote werden wir auf See haben“, sagte de Felice in der NIUS-Reportage „Lampedusa. Der Ort, an dem Europa stirbt“.
Die Rolle Deutschlands sei dabei „kritisch zu betrachten, weil die Regierung die Seenotretter mit Millionen von Euro finanziert.“
De Felice zufolge kommt es zu einem „Schulterschluss“ zwischen Seenotrettungs-NGOs (steht für „Non-Governmental Organisations“, deutsch: Nichtregierungsorganisationen) und Menschenhändlern, die genau wüssten, wann NGOs die Küste kreuzten. Diese NGOs sind für de Felice „Hilfsorganisationen“ in Anführungszeichen.
„Es gibt im Internet Apps und Webseiten, die mit Echtzeit GPS-Daten zu Schiffsbewegungen nachverfolgen können, so dass die Schlepper wissen, wann das Schiff der deutschen oder norwegischen Seenotretter ankommt“, sagte der 64-Jährige.
Für die Ausführungen des Marineadmirals gibt es zahlreiche Beispiele. So hat sich etwa die Ampelregierung dazu verpflichtet, zwischen 2023 und 2026 zwei Millionen Euro pro Jahr an den Verein United4Rescue zu zahlen. Bei dem Vorsitzenden des Vereins handelt es sich um Thies Gundlach, den Lebensgefährten der Grünen Bundestagsabgeordneten Katrin Göring-Eckardt. Zahlreiche prominente Seenotretter, etwa Ruben Neugebauer (Sea Watch), Julian Pahle (Jugend Rettet) oder Flüchtlingsaktivist Erik Marquardt, traten bei den Grünen auf oder sind offiziell Parteimitglieder, welche die Partei im Bundestag und EU-Parlament vertreten.

Der Verein United4Rescue unterstützt zahlreiche Seenotrettungs-NGOs.
Ein Problem der europäischen Identität
Im Interview mit NIUS verwies de Felice außerdem auf den Zusammenhang zwischen Kapitalismus und illegaler Migration. „In der ganzen Migrationskrise zeigt sich also der Neoliberalismus oder besser gesagt: der Turbokapitalismus, der indirekt die Lohnkosten von kriminellen Strukturen, aber auch Großkonzernen drückt, indem er preiswerte Arbeitskräfte vermittelt“, so de Felice. Flüchtlinge seien „moderne Sklaven“.
De Felice beobachtet zudem, wie die Flüchtlingskrise „zum Problem der europäischen Identität“ wird. „Wir haben nicht nur ein Problem mit der ausländischen Präsenz in unseren Ländern, wir haben auch ein Problem mit der Verwaltung und Betreuung dieser irregulären Flüchtlinge, die in unseren Vororten leben oder in vielen Fällen nicht abgeschoben werden können.“ Die Migration habe zudem laut de Felice spürbar negative Konsequenzen auf das Sicherheitsempfinden der Menschen wie das Beispiel Schweden zeige.
Erst jüngst veröffentliche de Felice das Buch „Fermare l'invasione“ („Stoppt die Invasion“). Der 64-Jährige war lange Zeit Admiral der italienischen Marine und koordinierte etwa die Bergung der 900 Leichen beim Schiffunglück der Flüchtlingsboots „Augusta“ im Jahr 2015 und war an zahlreichen Manövern der Nato beteiligt.
Die ganze Doku „Lampedusa. Der Ort, an dem Europa stirbt“ jetzt bei NIUS ansehen:
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Jan Karon
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