Neues Staatsangehörigkeitsrecht seit einem Monat in Kraft: Der Ansturm auf den deutschen Pass hat begonnen
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Kaum tritt das neue Staatsangehörigkeitsrecht in Kraft, setzt bereits der Sturm auf den deutschen Pass an. In zahlreichen Bundesländern schießen die Anträge auf Einbürgerungen durch die Decke.
Insbesondere in der Hauptstadt wollen immer mehr Zuwanderer die deutsche Staatsbürgerschaft. Vom 27. Juni bis zum 21. Juli vermeldete das Landesamt für Einwanderung in Berlin über 5000 Anträge, wie die Bild-Zeitung berichtet. Im selben Zeitraum des Vorjahres seien es nur 1707 Anträge gewesen. Daraus ergibt sich ein Plus von 193 Prozent. Der CDU-geführte Berliner Senat hatte schon Anfang 2024 angekündigt, die Zahl der Einbürgerungen künftig verdoppeln zu wollen.
Laut dem Bericht der Bild stellten im ersten Monat nach der Gesetzesänderung auch in Hamburg rund 76 Prozent mehr Ausländer einen entsprechenden Antrag. Die Zahl der Anträge wuchs von 1153 auf 2031. In Bremen stieg sie um 41 Prozent. Schleswig-Holstein verzeichnet im Juli 2024 ein Plus von 38 Prozent gegenüber Juli 2023. Auch in Hessen stellten 27 Prozent mehr Personen einen Einbürgerungsantrag als im selben Vorjahreszeitraum. Waren es im Juli 2023 noch 1153 Anträge, schnellte die Zahl ein Jahr später auf 2031 Anträge hinauf.
Deutscher Pass schon nach drei Jahren

Die Zahl der Einbürgerungen in Deutschland steigt seit 2020 rasant. Wurden vor vier Jahren noch 109.900 deutsche Pässe ausgestellt, waren es ein Jahr später bereits 131.600. 2022 kam es zu 168.500 Einbürgerungen. Im vergangenen Jahr stellten die Behörden 200.100 Einwanderern den deutschen Pass aus, wie das Statistische Bundesamt Ende Mai bekanntgab. Ein Großteil der Personen stammt aus Syrien, der Männeranteil überwiegt.
Werbung für den deutschen Pass – auf Arabisch
Durch das von der Ampel-Regierung reformierte Staatsangehörigkeitsrecht können Ausländer sich schon nach fünf statt bisher acht Jahren einbürgern lassen – vorausgesetzt der jeweilige Antragsteller erfüllt alle Bedingungen. Bei „besonderen Integrationsleistungen“ können Migranten sogar schon nach drei Jahren den deutschen Pass erlangen.
Die Bundesregierung hatte sogar im Ausland auf Arabisch für das neue Staatsangehörigkeitsrecht geworben. „Eine doppelte Staatsbürgerschaft oder mehrere Staatsangehörigkeiten sind für grundsätzlich jeden möglich geworden“, hieß es in einem Beitrag, den das deutsche Informationszentrum für die arabische Welt des Auswärtigen Amtes in den sozialen Medien verbreitete. Dabei handelte es sich um ein Zitat der Integrationsbeauftragten Reem Alabali-Radovan (SPD).
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