Offen für Gespräche mit der AfD: Wirtschaftsverbände wollen die Brandmauer einreißen
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Teile der deutschen Wirtschaft wollen zukünftig anders mit der AfD umgehen. Mehrere Verbände zeigen Bereitschaft zum Austausch mit der Partei – sie wollen die Brandmauer weg haben!
Ein aktueller Vorstoß des Verbands „Die Familienunternehmer“ lässt aufhorchen: Die Organisation mit rund 6.500 Mitgliedern will künftig auch Vertreter der AfD einbinden. Verbandspräsidentin Marie-Christine Ostermann sagte in der Wirtschaftswoche, die bisherige Ausgrenzung sei „nicht von Erfolg gekrönt“ gewesen. Deshalb „haben wir gemeinsam entschieden, dass wir diese Brandmauer im Sinne eines totalen Kontaktverbotes mit der Partei aufheben“. Aus dem Verband sei „die große Zahl der Rückmeldungen positiv und unterstützend“.

Marie-Christine Ostermann, Präsidentin des Wirtschaftsverbandes „Die Familienunternehmer“
„Gebietet der Respekt vorm Abgeordnetenamt“
Auch andere Verbände halten Gespräche für möglich! Vom Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks erklärte Dr. Friedemann Berg gegenüber Bild, man suche selbst keinen Kontakt, schließe ihn aber nicht aus: „Die Haltung der AfD zur Europäischen Union, zur russischen Diktatur und zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sowie zum Thema Remigration erschweren den Dialog mit der AfD. Wenn die AfD aber anfragt oder um ein Gespräch bittet, gebietet der Respekt vor dem Abgeordnetenamt, mit der AfD zu sprechen.“
Max von Elverfeldt, Präsident der Familienbetriebe Land und Forst (FABLF), äußerte sich ähnlich und betonte die Rolle der Verbände: „Interessenverbände sind ihren Mitgliedern verpflichtet und entsprechend unparteiisch. Sie müssen daher mit allen demokratisch gewählten Parteien in Austausch treten können, auch wenn deren Positionen von den eigenen Interessen oder Überzeugungen abweichen. Nur so können sie ihre Aufgaben erfüllen und die Anliegen ihrer Mitglieder wirksam vertreten.“

Offen für Austausch mit allen demokratisch gewählten Parteien: Max Freiherr von Elverfeldt, Vorsitzender der Familienbetriebe Land und Forst
Junge Unternehmer laden AfD-Abgeordneten ein
Wie der Spiegel berichtet, haben Interessenvertreter in Baden-Württemberg gemeinsam mit den Verbänden „Die Jungen Unternehmer“ und dem „Verband der Unternehmerinnen (VDU)“ den AfD-Bundestagsabgeordneten Markus Frohnmaier zu einer Veranstaltung eingeladen. Der VDU-Landesverband Württemberg teilte dazu mit, man habe sich „gemeinsam dazu entschieden, alle Spitzenpolitiker einzuladen“. Gleichzeitig betonte der Verband, eine Zusammenarbeit mit der AfD werde ausgeschlossen.
CSU-Generalsekretär Martin Huber kritisiert die Öffnung in Bild: „Wer als Vertreter der Wirtschaft die AfD als Partner sieht, spielt mit dem Feuer und legt die Axt an das Fundament unserer sozialen Marktwirtschaft.“
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