80 Prozent der Deutschen unzufrieden mit der Regierung
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Dass in Deutschland etwas aus den Fugen geraten ist, wird angesichts der Zahlen aus dem neuesten ARD-Deutschlandtrend von Infratest dimap relativ schnell ersichtlich: Die AfD kommt darin auf ihren Rekordwert in Höhe von 21 Prozent. Die Ampelparteien hingegen gerade einmal auf 39 Prozent.
Doch diese Zahlen erzählen nicht die gesamte Wahrheit: Vielmehr wird an Hand begleitender Umfragewerte deutlich, wie groß inzwischen der Verdruss über die Regierungspartei und den Status Quo sind. NIUS hat 3 zentrale Erkenntnisse gesammelt:
1) Diese Unzufriedenheit wird Konsequenzen haben

78 Prozent sind mit der Arbeit der Regierung unzufrieden.
Fast 80 (in Worten: achtzig) Prozent der Bevölkerung sind unzufrieden. Wenn die Alarmglocken bei der Ampel noch nicht schrillen, dann sollten sie es angesichts dieser Zahl: Fast 80 Prozent der Menschen sind mit der Regierungsarbeit unzufrieden. Gerade einmal 21 Prozent erkläre, dass sie einverstanden sind.
Besonders brisant: 83 Prozent der FDP-Anhänger, also einer Regierungspartei, die Ministerposten besetzt, sind unzufrieden. An der Basis und intern rumort es bereits seit geraumer Zeit bei den Liberalen, angesichts der drastischen Worte dürfte es aber nur eine Frage der Zeit, bis öffentlich darüber diskutiert wird, wie lange sich die FDP diesen Spaß noch geben möchte.
Generell bleibt aber festzustellen: Wenn vier von fünf Menschen sich mit der Arbeit ihrer Regierung unzufrieden zeigen und von ihr abwenden, stimmt etwas ganz grundsätzlich nicht.
2) Die Legitimation schwindet – und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Bahamas-Frage aufgeworfen wird

21 Prozent bedeuten Rekordwert für die AfD bei Infratest dimap.
Diese Zahlen sollten auch aus einem weiteren Grund aufhorchen lassen: Wenn 97 Prozent der Anhänger der AfD, 85 Prozent der Anhänger der Union und 83 Prozent der Anhänger der FDP unzufrieden mit der Regierung sind – und diese Parteien gleichzeitig in einem neuen Parlament ohne Linkspartei auf fast Zwei Drittel der Stimmen kommen würden (63 Prozent) –, steht zwangsläufig die Frage im Raum: Warum einigen sich die Parteien nicht auf ein Bahamas-Bündnis (schwarz-gelb-blau) – oder zumindest schwarz-blau?
Das mag Gründe haben, zumindest noch. Aber der Elefant steht im Raum, und einhergehend mit diesen Zahlen schwindet die demokratische Legitimation für die Regierung. Wie schon im Osten, wo es SPD, Grüne und FDP mancherorts nicht mehr über die 20 Prozent-Hürde in Umfragen schaffen, so ist auch bundesweit ersichtlich, dass die Grundlage für tiefergehende Einschnitte (etwa Habecks) Heizungsgesetz auf sehr wackligen Beinen steht.
3) Die Politikerklasse hat sich von der Lebensrealität der Menschen entkoppelt
Es ist schon einigermaßen abstrus, wenn man sieht, wie entfremdet Debatten von Hauptstadtredaktionen von der Realität der Menschen sind. Nachdem das halbe Sommerloch damit gefüllt wird, die Standhaftigkeit von Brandmauern durchzudeklinieren, sieht man jetzt: Der große Großteil der Menschen, nämlich 70 Prozent, sind für eine punktuelle Zusammenarbeit mit der AfD auf kommunaler Ebene. Das zeigt: Unionspolitiker wie Ruprecht Polenz oder Henrik Wüst blasen ein Problem auf, das es gar nicht gibt.
Lesen Sie auch: Riesen-Mehrheit will „von Fall zu Fall“ Zusammenarbeit mit der AfD

Unter Unionsanhängern wollen drei Viertel mit der AfD auf kommunaler Ebene zusammenarbeit.
Es zeigt aber auch: Die Debatten, die in den Parteibüros und Redaktionsräumen ausgetragen werden, haben so gut wie nichts mehr damit zu tun, wie die Bevölkerung vielerorts denkt. Diese Erkenntnis wird auch von einem weiteren Umfragewert gestützt: Im Empfinden der Befragten sind die Interessen von Rentnern, Familien, Geringverdienern und der Landbevölkerung nicht zu genüge repräsentiert. Interessen von Flüchtlingen und Vermögenden hingegen werden zu sehr berücksichtigt.

Besonders Menschen auf dem Land werden der Ansicht der Befragten nicht genügend von der Regierungspolitik repräsentiert.
Auch hier will man dem ein oder anderen Politiker zuraunen: Bitte etwas mehr auf den Stammtisch und das Volksfest hören – und weniger auf den Leitartikel beim Volksverpetzer.
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Jan A. Karon
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